Explosion in Wohnhaus - mindestens ein Mensch tot

Explosion in Wohnhaus - mindestens ein Mensch tot

In einem kleinen Dorf bei Nordhessen stürzt ein Wohnhaus komplett ein. Ein Mensch wird tot geborgen, einer wird vermisst. Trümmerhunde und ein Hubschrauber suchen nach ihm.

Knüllwald. Bei der Explosion in einem Wohnhaus im nordhessischen Knüllwald ist mindestens ein Mensch ums Leben gekommen. Vermutlich sei die 74 Jahre alte Bewohnerin des Hauses gestorben, sagte ein Polizeisprecher. Ihr 87 Jahre alter Ehemann werde noch vermisst. Die Polizei suchte mit Spürhunden nach dem Mann. Ein Hubschrauber mit einer Wärmebildkamera kreiste in der Luft. „Das Haus ist eingestürzt“, sagte der Polizeisprecher. Die Ursache für das Unglück vom Montag im Ortsteil Wallenstein war zunächst noch unklar.

Ein zwölfjähriges Mädchen aus der Nachbarschaft zog sich nach Angaben der Polizei wegen herumfliegender Glassplitter Verletzungen zu und wurde in ein Krankenhaus gebracht. Die Explosion hatte sich am Montagnachmittag in Knüllwald-Wallenstein im Schwalm-Eder-Kreis ereignet. Zunächst hatte die Polizei von einer Gasexplosion gesprochen.

Das Haus wurde nach Angaben des Landrats Winfried Becker (SPD) mit Gas versorgt. Per Hand sollte das Gebäude abgetragen werden, bis der vermisste Mann gefunden sei, sagte der Landrat. Der Sachschaden wurde auf 150 000 Euro bis 200 000 Euro vermutet.

Die Einsatzkräfte waren mit einem Großaufgebot in Wallenstein - die Feuerwehr mit über 120 Leuten. In dem kleinen 270-Einwohner-Dorf südlich von Kassel nahe Homberg/Efze herrschte der Ausnahmezustand. Der Hubschrauber kreiste dicht über den Baumwipfeln auf der Suche nach dem Vermissten, überall summten Stromgeneratoren der Feuerwehr.

Der Unglücksort lag direkt hinter dem Ortseingang. Es handelte sich um einen alten Hof an der Hauptstraße, auf dem laut Polizei verschiedene Parteien wohnten. Schon weit vor dem Haus lagen Glassplitter, Hausrat und Trümmerteile herum. Das hintere Haus war komplett zusammengefallen, die meisten Ziegel des Daches waren abgedeckt. Eine Seite des Hauses war praktisch durchgebrochen. Das Nachbarhaus in unmittelbarer Nähe überstand die Explosion dagegen relativ unbeschadet.

Die Suche nach dem vermissten Mann gestaltete sich schwierig. Zunächst hatten die Einsatzkräfte nach Angaben der Polizei nicht in das eingestürzte Haus gehen können. Zudem wurden die Suchhunde eingesetzt, um keine Spuren zu vernichten. Die Polizei ging davon aus, dass der Einsatz noch bis in die Nacht dauern sollte. dpa

Mehr von Westdeutsche Zeitung