Erstes Bild vom Schwarzen Loch: Breakthrough-Preis für Bonner Forscher

Wissenschaft : Erstes Bild vom Schwarzen Loch: Breakthrough-Preis für Bonner Forscher

Für das erste Bild eines Schwarzen Lochs erhalten die beteiligten Wissenschaftler den mit mehreren Millionen dotierten Breakthrough-Preis. An den Aufnahmen waren auch mehrere Forscher aus Bonn beteiligt.

Für das erste Bild eines Schwarzen Lochs erhalten die beteiligten Wissenschaftler - darunter mehrere Forscher aus Bonn - den mit insgesamt drei Millionen US-Dollar (2,7 Mio. Euro) dotierten Breakthrough-Preis. Das teilten das Bonner Max-Planck-Institut für Radioastronomie und die Prize Foundation am Donnerstagabend mit. Dem internationalen Team des „Event Horizon“-Teleskopnetzwerks (EHT) war es erstmals gelungen, Aufnahmen von einem Schwarzen Loch anzufertigen. Sie zeigen einen dunklen Fleck vor einem verschwommenen leuchtenden Ring.

Dafür hatten die Wissenschaftler acht Einzelteleskope auf vier Kontinenten zusammengeschaltet, so dass sie gewissermaßen ein virtuelles Superteleskop bildeten. So entstand ein Foto des extrem massereichen Schwarzen Lochs im Zentrum der 55 Millionen Lichtjahre entfernten Galaxie Messier 87. Dieses Schwarze Loch hat 6,5 Milliarden mal mehr Masse als unsere Sonne. Im April hatten die Forscher ihre Aufnahmen veröffentlicht.

„Wir machten uns auf den Weg, das Unsichtbare sichtbar zu machen“, sagte laut Mitteilung der Direktor der EHT-Kooperation, Shep Doeleman, der den Preis am 3. November stellvertretend für seine Kollegen in Kalifornien entgegennehmen soll. Die Auszeichnung markiere „einen Neubeginn unserer Studien über Schwarze Löcher“.

Unter den 347 Mitautoren der wissenschaftlichen Publikationen, die sich das Preisgeld teilen, sind 35 Mitarbeiter des Bonner Max-Planck-Instituts für Radioastronomie. Dort wurden die Daten der beteiligten Radioteleskope zusammengeführt.

Der Breakthrough Preis wird seit 2013 verliehen. Zu den früheren Preisträgern gehörten der Astrophysiker Stephen Hawking und die Entdecker des direkten Nachweises von Gravitationswellen.

(dpa)
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