1. Panorama

Eiskugeln — in diesen Tagen heiß begehrt

Eiskugeln — in diesen Tagen heiß begehrt

Acht Liter Eis verzehrt jeder Deutsche im Durchschnitt pro Jahr, Tendenz steigend.

Düsseldorf. Bei Bier und Wasser wird es bei der Hitze eng, beim Eis können die Verbraucher aufatmen. Die Hersteller fahren Sonderschichten, sagt Ernst Kammerinke, Geschäftsführer beim Bundesverband der Süßwarenindustrie, im Gespräch mit dieser Zeitung.

Herr Kammerinke, bei Getränken gibt es wegen der Hitze Engpässe. Beim Eis auch?

Kammerinke: Speiseeis wird grundsätzlich nicht knapp.

So ein Glück. Warum nicht?

Kammerinke: Weil die Hersteller das Eis zum Großteil für die Saison vorproduzieren. Es kann jetzt allerdings mal sein, dass es die eine oder andere Sorte im Laden nicht gibt. Dann jedoch nur für kurze Zeit.

Aber mit so einem heißen Sommer haben doch auch die Hersteller nicht gerechnet.

Kammerinke: Das stimmt. Deswegen wird jetzt permanent und auch mit Sonderschichten neu produziert und ohne große Umwege über externe Kühlhäuser mehr oder weniger direkt in den Handel geliefert. Der Vorteil beim Eis ist, dass es bei den Rohstoffen und Zutaten keine Verknappung gibt. Das unterscheidet uns vom Bier.

Wie viel Eis verputzen die Deutschen denn im Durchschnitt?

Kammerinke: In den vergangenen Jahren hat jeder Deutsche durchschnittlich acht Liter Speiseeis im Jahr geschleckt. 2017 waren es genau 7,9 Liter.

In diesem Jahr wird es aber mehr werden, oder?

Kammerinke: Wir gehen davon aus, dass die Acht-Litermarke 2018 auf jeden Fall überschritten wird.

Wie steht es denn um die Umsätze der Branche?

Kammerinke: Grundsätzlich ist es so: Vom Frühjahr bis zum Herbst machen die Unternehmen rund 80 Prozent ihres Umsatzes. Und von November bis Februar die restlichen 20 Prozent.

Aber so ein Sommer wie jetzt lässt die Kassen erst recht klingeln, oder?

Kammerinke: Ja. Die Umsätze sind bislang sehr erfreulich. Wir hatten bereits bis zum Mai ein Plus von 15 Prozent im Vergleich zum Vorjahr bei den Eisverkäufen im Handel. Das sind schätzungsweise 50 bis 60 Millionen Euro mehr als in den ersten fünf Monaten 2017.