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Der sogenannte „Loverboy-Prozess“ beginnt in Düsseldorf

Vorwürfe: Zwangsprostitution, Zuhälterei, Vergewaltigung : Der sogenannte „Loverboy-Prozess“ beginnt in Düsseldorf

Laut Anklage hatte ein 30-Jähriger mit Unterstützung zweier Mitangeklagter eine junge Frau bei Facebook eine Beziehung „vorgegaukelt“. Danach habe er sie, so die Staatsanwältin, „unter Ausnutzung ihrer persönlichen und finanziellen Zwangslage“ zur Prostitution gezwungen.

Im Prozess um Zwangsprostitution mit der sogenannten Loverboy-Masche haben die drei angeklagten Männer am Montag zum Auftakt vor dem Landgericht Düsseldorf geschwiegen. Bei der Aussage des mutmaßlichen Opfers, einer 24 Jahre alten Frau, Mutter eines Kleinkindes, war die Öffentlichkeit ausgeschlossen. Den 30- bis 34-jährigen Angeklagten aus Remscheid und Düsseldorf werden neben Zwangsprostitution Zuhälterei und teils Vergewaltigung und Körperverletzung vorgeworfen. Bei einer Verurteilung drohen den drei Männern mehrjährige Haftstrafen.

Laut Anklage hatte der 30-jährige Angeklagte mit Unterstützung der beiden Mitangeklagten vor vier Jahren einer jungen Frau bei Facebook eine Beziehung „vorgegaukelt“. Danach habe er sie, so die Staatsanwältin, „unter Ausnutzung ihrer persönlichen und finanziellen Zwangslage“ zur Prostitution gezwungen. Die Männer sollen die damals 20-Jährige mehrfach über ein Online-Portal Freiern als Prostituierte angeboten, die Treffen organisiert und den Liebeslohn kassiert haben.

Zum Auftakt bestätigten die drei angeklagten Männer nur ihre Personalien, wollten aber weder Angaben zu ihren persönlichen Verhältnissen noch zu den Vorwürfen machen.

Das mutmaßliche Opfer hatte den 30-Jährigen laut Anklage im Juni 2018 über „Facebook“ kennengelernt und Vertrauen zu dem Mann gefasst. Wenig später gab es das erste Treffen. Dabei hatte die junge Frau von ihren finanziellen Sorgen und Schulden erzählt. Darauf soll ihr der Remscheider vorgeschlagen haben, sich zu prostituieren.

Der 30-jährige Hauptangeklagte soll die Frau auch mit der Drohung gefügig gemacht haben, ihre konservativen Eltern zu informieren. Um die Not der Frau zu vergrößern, soll er ihr Giro-Konto geplündert und mit ihrer EC-Karte knapp 1.200 Euro abgehoben haben. Nach mehreren Treffen mit Freiern war das mutmaßliche Opfer Monate später - im Dezember 2018 - zur Polizei gegangen.

Im den Prozess wird dem 31-jährigen Mitangeklagten außerdem die Vergewaltigung einer anderen Frau vorgeworfen. Im September 2018 soll er sein Opfer mit einer Machete - zunächst war von einem Schwert die Rede - gewaltsam zum Sex gezwungen haben.

(dpa/lnw)