Der Kandidat

Sören Link hat überaus anstrengende Tage hinter sich. Der 35-Jährige war bis zur vergangenen Woche noch Landtagsabgeordneter der SPD und galt als Nachwuchstalent mit absehbarer Ministerreife. Am Sonntag wurde er dann zum Kandidat seiner Partei für die Oberbürgermeisterwahl in seiner Heimatstadt Duisburg ausgerufen.

Am Dienstag ist er bereits Ex-Landtagsabgeordneter, weil sich das Parlament aufgelöst hat und es Neuwahlen gibt. Nun muss er sich in Duisburg ohne Netz und doppelten Boden dem Votum der Wähler stellen, um Nachfolger des abgewählten CDU-Manns Adolf Sauerland zu werden.

Link ist damit ein klassischer Parteikandidat. Die zunächst vom Duisburger SPD-Chef Ralf Jäger, der auch Innenminister ist, angekündigte überparteiliche Lösung gab es nicht. Angeblich hätten alle Aspiranten, zu ihnen soll die frühere NRW-Umweltministerin Bärbel Höhn (Grüne) zählen, abgesagt. Link wurde vor Wochen in einem Artikel als aussichtsreichster Name genannt und dementierte damals barsch: „Schwachsinn“. Der gelernte Verwaltungsfachwirt hat einen guten Draht zu Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD). Das kann ja nicht schaden. fu

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