Der Don Juan ist zahm geworden

Der Don Juan ist zahm geworden

Der spanische Schauspieler Antonio Banderas wird 50 Jahre alt.

Los Angeles. Er ist der heiße Latin Lover, der verführerische Don Juan, der die Frauen an den Rand des Nervenzusammenbruchs bringt. Jedenfalls auf der Leinwand. Im richtigen Leben sagt Antonio Banderas von sich selbst: "Ich bin kein Spieler."

Kollegin Melanie Griffith kann das bestätigen, denn er ist seit 14 Jahren mit ihr verheiratet. Eine kleine Ewigkeit in Hollywood. Der gebürtige Spanier, der seinen Sexappeal mittlerweile in Lachfalten konserviert, wird heute 50 Jahre alt.

Banderas gibt offen zu, dass im Filmgeschäft Versuchungen lauern. Schließlich hat er an der Seite der attraktivsten Frauen gedreht. Mit Angelina Jolie wälzte er sich in dem Melodram "Original Sin" (2001) als kubanischer Plantagenbesitzer über die Laken.

Mit Catherine Zeta-Jones duellierte er sich als Degenheld höchst erotisch in "Die Maske des Zorro" (1998). Und mit Pop-Star Madonna tanzte er als Arbeiter Che in der Musical-Verfilmung "Evita" einen Tango der feineren Art.

"Wenn man Filme dreht, trifft man unglaubliche Menschen. Sie sind interessant und wundervoll, körperlich wundervoll. Aber ich habe gelernt, welcher Genuss in der Treue liegt. Ich muss nirgendwo anders hingehen. Ich liebe meine Frau", sagte Banderas in einem Interview.

Und er hielt selbst dann zu ihr, als sie jahrelang mit Alkohol- und Medikamenten-Abhängigkeit kämpfte. Im März ist sie zuletzt in einer Entziehungsklinik gewesen. Die gemeinsame 13-jährige Tochter Stella del Carmen wächst zwischen dem kalifornischen Los Angeles und dem andalusischen Malaga auf.

Dort wurde Hollywoods zahmer Don Juan 1960 als José Antonio Domínguez Banderas geboren. Statt in die Fußstapfen seines Vaters, eines Polizisten, zu treten, tingelte er schon als Teenager mit einer kleinen Schauspieltruppe durch ganz Spanien. Als 19-Jähriger entdeckte ihn Regisseur Pedro Almodóvar in Madrid.

Banderas startete in der schrillen Komödie "Labyrinth der Leidenschaften" (1982) als schwuler, muslimischer Terrorist, der versehentlich mit der Zielperson eines geplanten Attentats schläft. In "Matador" (1986) verkörperte er einen Nachwuchs-Stierkämpfer, der kein Blut sehen kann; in "Fessle mich!" (1990) einen Psychiatrie-Patienten, der eine Prostituierte zwingen will, sich in ihn zu verlieben.

Ins Blickfeld Hollywoods kamen Banderas und Almodóvar 1988 mit der überdrehten Komödie "Frauen am Rande des Nervenzusammenbruchs". Nachdem der Film für einen Oscar nominiert wurde, zog Banderas nach Los Angeles - ohne ein Wort Englisch zu sprechen.

Für seine Debüt-Rolle in "Mambo Kings" (1992) studierte er den Text phonetisch ein, ohne ihn wirklich zu verstehen. Sein harter Akzent ist ihm bis heute geblieben.

Banderas ist sich nicht zu schade, sein dramatisch gerolltes "r" für nicht ganz so attraktive Auftritte herzugeben. In der Trickkomödie "Shrek" spricht er den gestiefelten Kater quasi als Persiflage auf seine Mantel- und Degenrollen. Mit seinen großen Kulleraugen bekommt der Kater alles, was er will. Fast wie Banderas im richtigen Leben.