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Corona-Bürgertests: Lauterbach spricht Machtwort - Gespräche mit KBV

Pandemie : Corona-Bürgertests: Lauterbach spricht Machtwort - Weiterhin Gespräche mit KBV

Der Chef der kassenärztlichen Bundesvereinigung hat sich für eine Abschaffung der Bürgertests eingesetzt. Der Bundesgesundheitsminister will jedoch an den Tests festhalten.

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) will trotz der Kritik der Kassenärzte an den Corona-Bürgertests festhalten. „Die Tests werden bleiben und ab heute korrekt abgerechnet“, schrieb Lauterbach am Freitag auf Twitter. Sein Ministerium sei mit der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) „in konstruktiven Gesprächen zur Abrechnung der Bürgertests“. Die Tests seien „nicht sinnfrei, sondern helfen, dass Infizierte andere nicht anstecken“.

KBV-Chef Andreas Gassen hatte zuvor eine komplette Einstellung der Corona-Bürgertests gefordert. „Diese unsinnigen Tests müssen abgeschafft werden“, sagte er der „Bild“-Zeitung vom Freitag. „Sie sind viel zu teuer, der bürokratische Aufwand ist riesig und die epidemiologische Aussagekraft ist Null.“ Es sei eine „völlig sinnfreie Veranstaltung, anlasslos gesunde Menschen mit fragwürdiger Qualität zu testen“, sagte Gassen weiter. PCR-Tests bei Patienten mit Symptomen dagegen seien wichtig, um Corona-Infektionen eindeutig nachzuweisen.

In einem Brief an Lauterbach kündigten die Kassenärztlichen Vereinigungen laut „Bild“ und anderen Medien an, dass sie fortan keine Corona-Bürgertests mehr „abrechnen und auszahlen können“. Sie könnten „nicht verantworten, sehenden Auges Auszahlungen auf Abrechnungen zu leisten, deren Richtigkeit sie nicht ansatzweise prüfen können“.

Lauterbach hatte am Donnerstag die neue Testverordnung gegen Kritik verteidigt. Er hätte die Tests gerne weiter komplett kostenlos gelassen, sagte Lauterbach im ZDF-„Morgenmagazin“. „Das konnten wir uns aber nicht mehr leisten.“ Den mit den Tests nun verbundenen bürokratischen Mehraufwand halte er für „überschaubar“

Die bislang für alle Menschen kostenlosen Bürgertests gibt es seit Donnerstag nur noch eingeschränkt. Im Normalfall muss nun eine Selbstbeteiligung von drei Euro gezahlt werden. Gratis-Tests gibt es noch für bestimmte Gruppen, etwa Kinder bis fünf Jahre, Schwangere in den ersten drei Monaten sowie Krankenhaus- und Pflegeheimbesucher. Auch all jene, die sich aus medizinischen Gründen nicht impfen lassen können, dürfen sich weiterhin kostenlos testen lassen. Ansonsten kostet ein Test drei Euro.

(afp )