Beschluss gefasst Corona-Booster mit neuen Impfstoffen: Das empfiehlt die Stiko

Mehr Daten hätte man sich gewünscht. Das sagt die Ständige Impfkommission (Stiko) über die neuen, an Omikron angepassten Covid-19-Präparate. Trotzdem hat die Expertenrunde nun einen Beschluss für die aktualisierte Impfempfehlung gefasst.

 Auffrischimpfung gegen das Coronavirus können nun mit den neuen Omikron-Impfstoffen durchgeführt werden.

Auffrischimpfung gegen das Coronavirus können nun mit den neuen Omikron-Impfstoffen durchgeführt werden.

Foto: dpa/Bernd Weißbrod

Die Ständige Impfkommission (Stiko) hat die neuen, an die Omikron-Varianten angepassten Corona-Impfstoffe als Auffrischungsimpfung empfohlen. Vorrangiges Ziel bleibe „die Verhinderung schwerer Covid-19-Verläufe“, erklärte die Stiko am Dienstag in Berlin.

Entscheidender als die Wahl des konkreten Impfstoffs ist nach Ansicht der Impfexperten aber, dass sich die Menschen überhaupt impfen und sich insbesondere boostern lassen. Auch die bisher gängigen mRNA-Impfstoffe können demnach weiterhin eingesetzt werden, weil sie unverändert vor schweren Krankheitsverläufen schützen - auch durch Omikron-Varianten. Menschen, die erst kürzlich Auffrischungsimpfungen erhielten, sollen daher keine gesonderte neue Impfdosis mit einem der angepassten Impfstoffe erhalten.

Mit der Empfehlung ändert sich für die Zielgruppen nichts. Die Stiko empfiehlt allen ab zwölf Jahren eine Grundimmunisierung und eine Auffrischungsimpfung, einen sogenannten Booster. Eine weitere Auffrischungsimpfung sollen Menschen ab 60 Jahren erhalten sowie alle ab fünf Jahren, die eine Grunderkrankung und damit ein erhöhtes Risiko für schwere Covid-19-Verläufe haben. Die gleiche Empfehlung gilt für alle ab zwölf Jahren mit Grunderkrankungen, für das Personal in medizinischen Einrichtungen und Pflegeeinrichtungen und Pflegeheimbewohner.

Die Europäische Arzneimittelagentur hatte vor einer Woche einen Corona-Impfstoff von Biontech und Pfizer zugelassen, der auch gegen die Omikron-Subvarianten BA.4 und BA.5 wirkt. Bereits Anfang September wurden Vakzine von Biontech und Pfizer sowie Moderna gegen die Omikron-Subvariante BA.1 zugelassen. Die Corona-Impfstoffe zielen sowohl auf die Abwehr der ursprünglichen Form des Coronavirus als auch auf die neuen Varianten.

Für die Grundimmunisierung, also für die erste und zweite Impfdosis, sind die nun angepassten Impfstoffe nicht zugelassen. Dafür werden die bislang eingesetzten Vakzine weiter verwendet.

Vor allem die Omikron-Variante brachte inzwischen zahlreiche Subtypen hervor, die insgesamt ansteckender als andere Virusvarianten sind. Omikron-Sublinien wie BA.4 und BA.5 gelten zudem als sogenannte Escape-Varianten - das heißt, sie können die Immunantwort auch von Geimpften und Genesenen besser umgehen.

In den vergangenen Monaten hatten die Stiko und auch Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) noch davon abgeraten, auf die neuen Impfstoffe zu warten. Kurz vor der Auslieferung der ersten Impfdosen riet aber auch Lauterbach zu den angepassten Impfstoffen.

(afp/dpa)
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