Castingshows: Dauerlächeln gegen trübe Aussicht

Castingshows: Dauerlächeln gegen trübe Aussicht

Selten war die Prognose einer neuen „Popstars“-Band düsterer.

Berlin. Buntes Make-up gegen trübe Aussichten: Einen Tag nach dem "Popstars"-Finale präsentierte sich die frisch formierte Mädchenband LaVive perfekt gestylt und dauerfröhlich in Berlin. Ihre Erfolgsaussichten sind allerdings eher düster.

Noch nie waren die Einschaltquoten bei einem Finale der ProSieben-Castingshow so niedrig, ehemalige Gewinner sind teilweise in der Versenkung verschwunden. Die vier Mädchen wollen davon nichts hören. Ihr Ruhm soll länger halten als der ihrer Vorgänger.

"Wir haben uns geschworen, dass es klappen wird", sagte Bandmitglied Sarah (22). "Wir wollen es schaffen, egal wie." Neben Kosmetikerin Sarah wählten die Zuschauer der neunten "Popstars"-Staffel noch Abiturientin Katrin (20) aus Duisburg, die arbeitssuchende Meike (24) aus Schwarzenbach an der Saale und Schülerin Julia (17) aus Oberhausen in die Band.

2,13 Millionen Zuschauer verfolgten das Finale im Fernsehen - deutlich weniger als in den Vorjahren.

Die Girlband hält dennoch am Traum vom dauerhaften Ruhm fest. "Wir brauchen keinen Plan B", sagt Julia. Bandkollegin Katrin stimmt zu. "Wir machen uns keinen Druck", sagt sie. Unsere Musik ist einfach super."

Ihre erste Single ist gestern erschienen. "No Time For Sleeping" geht als Ohrwurm durch, der Refrain ist einprägsam, dazu dumpfe Bässe - und es gibt eine Rap-Einlage von Katrin. Jurymitglied Thomas Stein jedenfalls glaubt an den Erfolg des Songs.

"Ich hoffe, dass die Mädchen tatsächlich keinen Schlaf haben, sondern ganz viel arbeiten müssen." In der Jury saß auch Sängerin Marta Jandová (Die Happy). Detlef "Dee" Soost ist seit der ersten Staffel dabei.

Dass ausgerechnet eine Castingshow ihnen den Weg in den Musikhimmel ebnen soll, finden die jungen Frauen nicht problematisch. "Es ist das Beste, was man machen kann", meint Katrin. "Wenn du kein Vitamin B hast, ist es eh’ schwierig, in diese Schiene reinzugelangen", sagt Sarah.

Überhaupt sei die "Popstars"-Staffel gut für sie gewesen, sagt die etwas rundliche 22-Jährige. Dadurch habe sie gemerkt, "dass es gar nicht so schlimm ist, anders zu sein". "Nur, weil du ein paar Pfunde mehr hast, bist du nicht minderwertig oder sonst was." Die Castingshow als Selbsthilfegruppe.

Entsprechend selbstbewusst blicken die jungen Frauen in die Zukunft. "Ein Top-Ten-Einstieg wäre nicht schlecht", sagt die 17-Jährige Julia. Katrin befindet: "Das war ein super Jahr." Ob das kommende Jahr auch mögliche Nachfolger glücklich macht, ist nach Angaben von ProSieben aber noch offen. Die Zukunft des TV-Formats "Popstars" ist nach dem schwachen Finale ungewiss.

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