Bernie Ecclestone: Der Mann, der macht, was er will

Bernie Ecclestone: Der Mann, der macht, was er will

Porträt: Bernie Ecclestone denkt nicht ans Aufhören. Der Zampano der Formel 1 macht sein Ding – auch mit 80Jahren.

Berlin. Von Demokratie hält Bernie Ecclestone nicht viel, und seit Jahrzehnten gehorcht ihm die Formel 1. Sein Vermögen wird auf knapp zwei Milliarden Euro geschätzt. Doch Geld und Erfolg bedeuten dem Briten, der am Donnerstag 80Jahre alt wird, nach eigener Aussage "nichts. Null. Gar nichts".

Ecclestone bestimmt, wohin die Motorsport-Königsklasse steuert. Er machte sie zur Geldmaschine, führte den PS-Zirkus auf neue Märkte.

20 Jahre bildete er mit seinem einstigen Trauzeugen Max Mosley, dem damaligen Chef des Automobil-Weltverbandes FIA, eine machtvolle Doppelspitze.

Geschäftstüchtig war der Zampano schon im Kindergarten. "Ich habe schon früh mit allem gehandelt, was mir in die Finger kam", erzählte Ecclestone einmal. "Zuerst Kaugummi gegen Radiergummi, später Fahrradpumpen gegen Fußbälle. Ich habe immer alles verkauft." Längst geht es dabei um Millionen.

Nicht immer allerdings trifft der knapp 1,60 Meter große Brite dabei den richtigen Ton. Mit seinen schnodderigen und oftmals verfehlten Aussagen wie über die "Qualitäten" Adolf Hitlers, sorgte er mehrfach für Wirbel.

Ecclestone wuchs in einer Arbeiterfamilie im englischen Bexleyheath auf. Die Schule beendete er mit 16, bei den Stadtwerken bekam er einen Job. Damals gehörte seine Leidenschaft noch den Zweirädern, er stieg als Partner bei einem Motorradgeschäft ein.

Als Teenager kam er zum Motorsport - als Beifahrer in einem Seitenwagen. Er habe größte Mühe gehabt, sich in den Kurven festzuhalten und sei "mehrere Tode gestorben", sagte er einmal. Auch beim ersten Grand Prix der Formel 1 war er dabei. In Silverstone startete Ecclestone 1950 in einem Rahmenrennen. Es war wohl die Initialzündung für seinen Aufstieg vom Motorrad- und Gebrauchtwagenhändler zum Formel-1-Zampano.

Bald wurde er Manager von Stuart Lewis-Evans, der nach einem Unfall starb. Dann übernahm er die Geschäfte von Jochen Rindt. Als der Österreicher 1970 in Monza tödlich verunglückte, trug Ecclestone den blutverschmierten Helm. Den Verlust des Freundes hat er nie verwunden.

Ecclestone kaufte nach Rindts Tod das Brabham-Team (1971 bis 1987), wurde Präsident der damaligen Hersteller-Vereinigung Foca. 1977 erwarb er Werberechte, ein Jahr später die Übertragungsrechte. 33Jahre ist das her - ans Aufhören denkt Ecclestone, dessen Freundin 48Jahre jünger ist als er selbst, noch lange nicht: "Wenn ich aufhöre zu arbeiten, kann ich keine Probleme mehr lösen. Und wenn ich das nicht mehr kann, ist das der Anfang vom Sterben."

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