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Autor David Safier: Männer grunzen nur über Gefühle

Autor David Safier: Männer grunzen nur über Gefühle

Interview: Bestseller-Autor David Safier spricht über Frauenromane, elektronische Bücher und die Fantasie der Leser.

Düsseldorf. Die Hauptfiguren in Ihren TV-Serien wie "Nicola" oder "Berlin, Berlin" oder in Ihren Romanen sind immer Frauen. Weil Frauen mehr Romane lesen und mehr Serien im Fernsehen ansehen?

Safier: Es stimmt schon, außer bei Krimis werden Fernsehserien eher von Frauen geguckt. Und die lesen auch mehr die Art von Romanen, die ich schreibe. Ich hab mir aber nie Gedanken gemacht, was Frauen anders machen. So grundsätzlich anders sind Männer und Frauen ja auch gar nicht. Überraschender Weise haben nämlich auch Männer Gefühle.

Safier: Die Gefühle werden von Männern und Frauen ja gleich empfunden. Liebeskummer schmerzt beide gleich stark. Es ist nur einfacher, über eine weibliche Figur zu schreiben, weil Frauen über ihre Emotionen reden.

Safier: Der Traum war immer, Romane zu schreiben. Mit 17 hab ich auf einer Reise Douglas Adams Roman "Per Anhalter durch die Galaxis" in die Finger bekommen. Da wusste ich: Das will ich machen, irgendwann will ich Autor werden.

Safier: Nein. Ich bin dann erst mal Journalist geworden, bei Radio Bremen. Da war damals ein sehr kreatives Klima. Wir konnten viel ausprobieren. Heute werde ich bei Sendern von Praktikanten empfangen, die haben schon ein Studium hinter sich, dürfen aber nur Gäste rumführen.

Safier: Nein, aber man galoppiert mit hängenden Zügeln auf das Ende zu und stellt irgendwann fest, der Weg führt nur noch auf ein ganz bestimmtes Ziel zu. Die größte Überraschung beim Wechsel ins Romangeschäft war aber, dass das immer ein kollaborativer Prozess mit dem Leser ist. Dessen Fantasie liegt immer mit auf dem Tisch. Viele sagen zum Beispiel, ich würde so bildlich schreiben. Das stimmt gar nicht. Ich schreibe sehr knapp. Aber im Kopf des Lesers entstehen dann die Bilder.

Safier: Ja. Die Verhandlungen über eine Verfilmung von "Jesus liebt mich" sind schon sehr weit. "Mieses Karma" soll auch verfilmt werden. Das Buch ist in 15Ländern erschienen, in Spanien und Frankreich hat es die Bestsellerliste erreicht. Ich find’s toll, dass Humor so international funktioniert. Das Tolle an Büchern ist aber, dass sie für sich stehen. Wenn eine Verfilmung mal total daneben geht, dann kann das dem Buch nichts anhaben.

Safier: Der nächste Roman ist eine Familiengeschichte. Und ich weiß auch schon den ersten Satz: "Hier machst Du was mit." Die Hauptfigur ist zwar wieder die Frau, aber der Mann ist auch sehr wichtig. Mal sehen, ob der dann mehr über seine Gefühle reden kann. Aber wahrscheinlich wird das wieder nichts. Männer grunzen meist nur über ihre Gefühle.

Safier: Die E-Books, die es bisher in Deutschland gibt, sind mir nicht attraktiv genug, nicht bunt und zu umständlich. Man muss sich als Autor aber schon überlegen, ob sich mit der Elektronik nicht die Produktionsweise ändern sollte, mehr zu einem interaktiven Prozess mit den Lesern. Man könnte zum Beispiel Szenen dazustellen, die man aus dem gedruckten Roman wieder rausgenommen hat.