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Astronaut Gerst ist Optimist in der Coronakrise

Pandemie : Astronaut Gerst ist Optimist in der Coronakrise

Weit weg von den Liebsten in einer Extremsituation: Aus den Erfahrungen von Astronauten kann man vielleicht auch für die Coronakrise lernen. Wie blicken sie auf die Situation?

Der deutsche Astronaut Alexander Gerst hat sich in der Coronakrise für optimistisches Denken ausgesprochen. „Es ist sehr wichtig in solchen Zeiten, dass man positiv nach vorne schaut“, sagte Gerst am Donnerstag in einer Online-Videoschalte der Initiative Asteroid Day und der Europäischen Weltraumorganisation (Esa). Er sei „sehr positiv, dass wir alle zusammen das hinkriegen“.

So eine Herausforderung zu überwinden, habe etwas Gutes für das Gemeinschaftsgefühl: Man arbeite international zusammen, helfe sich gegenseitig aus. Man könne es als Chance sehen, eine ungekannte Situation wie die aktuelle als Gruppe international zu überstehen - daraus könne man gewinnen, betonte Gerst. Die Menschen könnten sich jetzt auch fragen, wie sie wohl in zehn Jahren auf die aktuelle Zeit zurückschauen werden. Man werde vielleicht sagen: „Wir haben das Beste daraus gemacht, wir haben uns gegenseitig geholfen.“

Gerst betonte in seinem Home-Office, es gebe durchaus ein sehr wirkungsvolles Mittel, die Krankheit einzudämmen: zu Hause zu bleiben. Damit habe man ein Stück Kontrolle über die Situation. Immer Kontrolle zu behalten, sei auch in der Raumfahrt wichtig, um Ängsten vorzubeugen. Denn dieses Gefühl sei irrational.

Der ebenfalls zugeschaltete ehemalige Esa-Astronaut Thomas Reiter sagte, es sei auch wichtig, sich auf die Dinge zu konzentrieren, die man verändern könne - und sich mit dem Unveränderlichen abzufinden. Für eine Zeit in Quarantäne gab er den Tipp, Routinen zu folgen, nicht in den Tag hinein zu leben.

Gerst ergänzte, wer nun am gleichen Ort lebe und arbeite - wie man das als Astronaut auch im All erlebt -, solle Grenzen schaffen, um die Balance zwischen Arbeit und Freizeit zu halten. Gerst und Reiter dankten Pflegekräften, Ärzten und Beschäftigten in der Versorgung für ihre Leistung. Diese Menschen hielten derzeit das Land am Laufen. „Respekt“, sagte Gerst.

Esa-Chef Jan Wörner schilderte, dass die Krise auch aus dem All sichtbar ist: Zu Beispiel habe man sich auf Aufnahmen die Schlangen vor den Coronavirus-Untersuchungsstellen und die Staus an den Grenzen angeschaut.

(dpa)