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Astronaut aus dem Saarland fliegt im Oktober ins All

Weltraum-Mission : Astronaut aus dem Saarland fliegt im Oktober ins All

Ende des Monats soll Matthias Maurer als nächster Deutscher zur Raumstation ISS fliegen. Seine Heimatgemeinde im Saarland fiebert mit.

Die 4000-Einwohner-Gemeinde Oberthal im Saarland ist im Weltraum-Fieber - oder besser gesagt im Maurer-Fieber. „Die Spannung steigt. Wir sind sehr stolz“, sagt Bürgermeister Stephan Rausch im Büro an einem Tisch, über den eine blaue Decke mit Sternen im Weltraum gedeckt ist. „Ein bisschen himmlisch“, lacht er. Oberthal ist die Heimatgemeinde von Matthias Maurer, der Ende des Monats zur ISS fliegen soll. „Die Mission eines Astronauten aus unserer Gemeinde vorbereiten und begleiten zu dürfen und das den Bürgern etwas näher zu bringen - das macht sehr viel Spaß“, sagt Rausch.

Vor dem Rathaus wehen große Fahnen zur Mission. An Bushaltestellen lacht Fahrgästen unter dem Motto „Aus Oberthal ins überALL“ Maurer entgegen - und im Rathaus wird fleißig geplant: für eine Raumfahrt-Ausstellung, eine Party zum Start - und sogar schon für eine Welcome-Back-Party im Frühjahr 2022.

„Ich freue mich natürlich, der erste Saarländer im Weltall zu sein. Aber im Endeffekt bin ich auch "nur" ein Europäer und ich möchte meinen europäischen Beitrag dafür leisten, die Präsenz Europas im All zu steigern“, sagt Maurer der Deutschen Presse-Agentur. Der 51-Jährige stammt aus dem Oberthaler Ortsteil Gronig mit 1300 Einwohnern. Nach seinem Start vom Kennedy Space Center in Florida wird er der zwölfte Deutsche im All sein und der vierte Deutsche auf der ISS.

Zur Raumstation nimmt Maurer Dinge aus der Heimat mit. Erlaubt sei allerdings nur „eine kleine Tasche Handgepäck von 1,5 Kilo“, erzählt er. „Dort habe ich persönliche Gegenstände eingepackt, wie Fotos von Freunden und Familie und Dinge, die mir, meiner Familie und meinen Freunden wichtig sind.“

Auf der Erde wird sein Start in der Heimat mit einer Take-Off-Veranstaltung begleitet. Mit dabei seien Vertreter der europäischen Raumfahrtagentur Esa und des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR), sagt Rausch. „Wir sehen die ganze Geschichte nicht nur als Chance für die Gemeinde, sondern für den gesamten Landkreis St. Wendel.“

Dieser plane auch einen „Sternenguckerplatz“ am Momberg bei Gronig, einem Lieblingsplatz von Maurer. „Da hat man einen wunderbaren Blick ins Bliestal“, sagt Rausch. Und nachts in den Sternenhimmel. Das Sankt Wendeler Land liegt im Naturpark Saar-Hunsrück mit vielen Wäldern und Wiesen.

„Ich liebe die Natur, die Gerüche im Wald, wenn einem am Meer der Wind um die Nase weht, Regentropfen auf der Haut, die vielen verschiedenen Farben – vor allem im Herbst“, sagt Maurer. „Ganz sicher werde ich die frische Luft vermissen.“

Als Gruß aus der Heimat nimmt er „ein paar saarländische Spezialitäten“ auf seine sechsmonatige Mission mit: „Geheirade (Kartoffelgericht) mit Speck und Sahnesoße und Rostige Ritter mit Vanillesoße sowie eine Kartoffel-Rieslingcremesuppe mit Rahm-Wirsing und Hoorischen (längliche Klöße)“.

(dpa)