Amphi-Festival: Gothic-Szene trifft sich am Tanzbrunnen

Amphi-Festival: Gothic-Szene trifft sich am Tanzbrunnen

In Deutz waren am Wochenende fantasievolle und schrille Kostüme angesagt.

Köln. Das Amphi-Festival gehört zu den größten Musikevents der schwarzen Szene, zu dem Gothic-Anhänger genauso anreisen wie Raver. Allen gemeinsam ist der Hang, den Alltag hinter sich zu lassen und mit schrillen Kostümen in eine fremde Welt zu schlüpfen. So finden sich rund um den Tanzbrunnen bunte Fantasiewesen genauso wieder wie komplett in schwarz gewandete Musikfans. Stolze fünf Meter Durchmesser hat der Rock von Janine, die extra aus Ostfriesland nach Deutz angereist ist. „Das Kleid habe ich selbst entworfen und genäht. Das ist eine Anlehnung an Sissi, bei der ich meiner Fantasie aber freien Lauf gelassen habe“, sagt die 30-Jährige. Angst vor dem Gedränge und dem drohenden Regen hat sie nicht: „Das Kleid ist aus Baumwolle und nicht aus Zucker“, erklärt das begehrte Fotomotiv.

Ziemlich schrill kommt Marc aus Remscheid daher. Sein Kostüm besteht aus unzähligen Federn, Ketten und weiteren Schmuckstücken. „Dafür brauche ich fast eine Stunde. Privat halte ich mich da eher zurück. Zum Amphi darf es aber gerne etwas mehr sein“, sagt der 40-Jährige, der sich selbst als Lebenskünstler bezeichnet.

Reichlich Fantasie und Geld hat Verkäuferin Katharina aus Hamburg in ihr ausgefallenes Kostüm investiert. „Das habe ich nach meinen Entwürfen anfertigen lassen, um bei meinem ersten Amphi die passende Kleidung zu haben“, sagt die 23-Jährige, die im Beachclub bewundernde Blicke auf sich zieht. Im Partnerlook sind Barbara und Micha unterwegs. „Wir haben bei jedem Festival ein neues Kostüm. Unser Kleiderschrank ist sechs Meter lang, da passt einiges rein“, berichtet die kaufmännische Angestellte. Am Amphi gefällt den beiden neben den Kostümen vor allem die Musik: „Hier gibt es die größte und beste Auswahl an Bands“, sagt der Betriebsschlosser, bevor beide weiter flanieren.

Stolze anderthalb Stunden braucht Rebecca aus Bonn, bis sie sich für ihren Auftritt am Tanzbrunnen zurechtgemacht hat. „Bei mir wird alles selbst genäht. Mein Schrank ist inzwischen ziemlich voll“, verrät die 27-Jährige, die sonst mit eher konventioneller Kleidung im Büro sitzt. „Beim Amphi kann man komplett aus dem Alltag aussteigen und bekommt dazu noch eine perfekt Musikmischung geboten. Das ist jetzt für mich schon das vierte Amphi, bei dem ich dabei bin.“

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