Affäre: Skandal um Musterknabe Woods

Affäre: Skandal um Musterknabe Woods

Der weltbeste Golfer ruiniert sein Saubermann-Image. Millionen Dollar und eine Therapie sollen seine Ehe retten.

Los Angeles. Aufs Grün und aufs Putten dürfte sich Golfprofi Tiger Woods in diesen Tagen nicht konzentrieren können. Stattdessen hat er alle Hände voll zu tun, seine Ehe zu retten, plauderfreudige Geliebte ruhigzustellen und die Reste seines Saubermann-Images zu bewahren.

Denn Woods muss zwar häufig Geldstrafen wegen Fluchens auf dem Platz zahlen, galt bisher aber als Lichtgestalt des Golfsports. Das skandalfreie Leben zahlt sich für den 33-Jährigen aus. Seine Werbeverträge bringen ihm rund 100 Millionen Dollar pro Jahr ein, so viel wie keinem anderen Sportler.

Doch ein bizarrer Unfall hat den Nimbus des Musterknaben zerstört. Am Freitag voriger Woche fuhr er in seiner Auffahrt gegen einen Baum und einen Hydranten. Seine Frau Elin Nordegren, ein schwedisches Ex-Model, drosch mit einem Golfschläger auf den Wagen ein - angeblich um ihn daraus zu befreien. Mittlerweile kann er aber nicht mehr leugnen, dass dem Unfall ein handfester Ehekrach wegen seiner Affären vorangegangen ist.

Mehrere Frauen berichten über Beziehungen zu Woods. Die 24-jährige Kellnerin Jaimee Grubbs aus Los Angeles will drei Jahre lang eine Affäre mit ihm gehabt haben. Die Nachtklubmanagerin Kalika Moquin (27) sagt, sie hätten sich im Oktober in Las Vegas getroffen, der Golfer habe über seine Ehe geklagt.

Woods entschuldigte sich auf seiner Webseite für nicht näher erklärte "Fehltritte". Mittlerweile muss er aber wohl konkret verhandeln. Der US-Journalist Gerald Posner berichtet, dass der Ehevertrag des Golfers neu aufgesetzt wird. Angeblich regelte die bisherige Vereinbarung aus dem Jahr 2004, dass seine Frau Elin nach zehn Jahren Ehe 20 Millionen Dollar bekommt, wenn sich die beiden trennen sollten - ein recht günstiger Satz angesicht seiner Einkünfte von bisher einer Milliarde Dollar.

Nun soll die Gattin auch bei kürzerer Verweildauer mehr Geld bekommen. 75 Millionen Dollar (rund 50 Millionen Euro) stehen ihr demnach zu, wenn sie noch zwei Jahre bei ihm bleibt. Für die Unterschrift soll es eine Bleibeprämie von fünf Millionen Dollar (3,3 Millionen Euro) gegeben haben. Zudem hält das Paar, das zwei Kinder hat (zwei Jahre und zehn Monate), nach Medienberichten mehrmals täglich Sitzungen mit einem Eheberater ab.

Ansonsten ist Tiger Woods bestrebt, keine saftigen Details seiner Affären an die Öffentlichkeit dringen zu lassen. Der E-Mail-Wechsel zwischen seinem Freund und Angestellten Bryon Bell und der New Yorker Hostess Rachel Uchitel ist schon publik geworden. Demnach flog Bell mit ihr nach Australien, während Wood dort spielte.

Uchitel wollte eigentlich am Donnerstag eine Erklärung abgeben. Doch ihre Anwältin sagte die Veranstaltung wegen "unvorhergesehener Umstände" kurzfristig ab. Nun munkeln manche, Woods habe für ihr Schweigen eine Million Dollar gezahlt. Andere meinen, Uchitel schweige aus Angst.

Immerhin stimmt die Kasse: Werbepartner wie Nike und Gillette wollen an Woods vorerst festhalten.

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