5000 Nummernschilder im Keller

5000 Nummernschilder im Keller

Günter Burczyk (69) aus Wesel sammelt Kennzeichen. Seine Leidenschaft führte ihn schon in viele ferne Länder.

Wesel. Egal ob in Südafrika, Russland, Kanada oder wohin es Günter Burczyk sonst bei seinen Reisen verschlägt - einen Besuch auf dem Schrottplatz oder beim nächsten Gebrauchtwagenhändler lässt er sich selten nehmen. Schließlich könnte dem passionierten Kennzeichen-Sammler eine Rarität entgehen.

Damit sein Gegenüber auch weiß, was der freundliche Herr aus Deutschland will, zeigt er meist ein Foto seines Partykellers, der von oben bis unten mit Autokennzeichen tapeziert ist. "Das habe ich immer dabei, das hilft auch am Flughafen", sagt der Weseler. Schließlich staunen die Beamten bei der Gepäckkontrolle meist nicht schlecht, wenn da ein Tourist mit einem Haufen Blechplaketten ausreisen will.

Mehr als 5000 Kennzeichen hat Burczyk im Laufe der Jahre gesammelt. Runde, eckige, exotische mit nichts als Schriftzeichen drauf; sehr bunte und eher langweilige - wie die deutschen. "Dafür habe ich alle Ortskennzeichen, die in der Bundesrepublik schon herausgegeben wurden", sagt er stolz.

Die Sammelleidenschaft erfasste den heute 69-Jährigen Anfang der 80er, als er sich für ein gelbes Schild aus den Niederlanden als Dekoration für seinen Keller entschied.

Wer in seinem Keller steht, der guckt erst mal etwas ungläubig auf die Tapete aus Metall. Ein bisschen "verrückt" sei wohl jeder Sammler. "Aber es ist ja nicht so, dass ich den ganzen Tag hier unten bin." Die Anfrage eines TV-Senders für eine Reality-Serie über Männer und ihre abwegigen Hobbys lehnte der Rentner dann auch dankend ab.

Der Weseler erzählt dafür gerne über sein Steckenpferd, am liebsten über die kuriosen Begegnungen, die ihm seine neuen Schätze einbrachten. Eine kanadische Busfahrerin etwa erlaubte ihm, das Eisbärenschild, auf das Burczyk so heiß war, von ihrem Schulbus abzuschrauben. "Der Polizei wollte sie erzählen, es wäre abgefallen."

Und selbst ein Regenschauer in einem südafrikanischen Nationalpark war für den 69-Jährigen ein Segen: Beim Unterstellen traf er zufällig den niederländischen Botschafter in Simbabwe, der ihm nach einem kurzen Gespräch - und einem Blick auf sein Keller-Foto - versprach: "Ich schick’ dir was." Ein paar Wochen später landete ein Paket mit seltenen Diplomaten-Kennzeichen in Wesel.

An einem Land beißt er sich bislang die Zähne aus: Ein Schild mit dem Kürzel "SCV" - Stato della Citta del Vaticano - fehlt noch. Der Sammler gibt sich kämpferisch. "Das krieg’ ich noch."