Zu viele Antibiotika werden in NRW verordnet

Informationskampagne : Zu viele Antibiotika werden in NRW verordnet

Wer sich irgendwie schlapp und krank fühlt, greift oft zu schnell zum Breitband-Antibiotikum. Das hat viele Risiken und Nebenwirkungen: Bei Erkältungen hilft es meist gar nicht. Und wer zu häufig Antibiotika einnimmt, hat die Wirkung bei ernsten Erkrankungen schon ausgereizt.

In Nordrhein-Westfalen werden im bundesweiten Vergleich überdurchschnittlich viele Antibiotika verordnet - oft auch unnötig. Gerade bei Erkältungskrankheiten seien Antibiotika meist wirkungslos, erklärte NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) in Düsseldorf. Gemeinsam mit Spitzenvertretern aus allen Bereichen der Gesundheitswirtschaft des Landes startete er am Montag eine breite Informationskampagne gegen leichtfertige Verordnungen und Einnahme der hoch wirksamen Medikamente.

Eine wichtige Botschaft - gerade in der kalten Jahreszeit: Antibiotika können nur Bakterien bekämpfen, keine Viren. Erkältungskrankheiten werden aber in neun von zehn Fällen von Viren verursacht.

Die zweite zentrale Botschaft: Durch häufigen und unsachgemäßen Einsatz von Antibiotika werden Bakterien widerstandsfähig gegen die Arznei, die dann im schlimmsten Fall bei lebensbedrohlichen Krankheiten nicht mehr wirkt.

Die flächendeckende Kampagne, die mit Faltblättern, Internetangeboten, Informationsständen und einer Aktionswoche im Februar aufklären will, wird getragen von den Spitzenverbänden der Ärzte, Apotheker, Krankenkassen und Krankenhäuser in NRW.

Pressemitteilung

(dpa)