Missbrauch auf Campingplatz: Zahl der Opfer in Missbrauchsfall Lügde gestiegen

Missbrauch auf Campingplatz: Zahl der Opfer in Missbrauchsfall Lügde gestiegen

Im Missbrauchsfall von Lügde ist die Zahl der Opfer auf mindestens 34 gestiegen. Innenminister Herbert Reul schließt den Verlust oder die Manipulation von weiterem Beweismaterial nicht aus.

Im Missbrauchsfall von Lügde ist die Zahl der Opfer auf mindestens 34 gestiegen. Bei 14 weiteren Personen bestehe der Verdacht, dass auch sie Opfer des vielfachen Missbrauchs auf einem Campingplatz geworden sein könnten, sagte Innenminister Herbert Reul (CDU) am Donnerstag im Innenausschuss des Landtags. Es sei demnach denkbar, dass die Opferzahl weiter steigen könnte. Bislang waren die Ermittler von mindestens 31 Opfern ausgegangen.

Drei Hauptverdächtige sitzen in Untersuchungshaft. Nach bisherigen Erkenntnissen hatte es seit 2008 auf dem Campingplatz an der Landesgrenze zu Niedersachsen mehr als 1000 Fälle des sexuellen Missbrauchs von Kindern und Jugendlichen gegeben. Zudem gibt es laut Reul Hinweise, dass der Hauptverdächtige schon 2002 ein damals achtjähriges Mädchen missbraucht haben soll.

Reul schließt weitere Polizeipannen in Lügde nicht aus

Innenminister Herbert Reul (CDU) schließt den Verlust oder die Manipulation von weiterem Beweismaterial nicht aus. Das geht aus Antworten des Ministers auf Fragen der SPD-Opposition für eine Sitzung des Innenausschusses am Donnerstag hervor. Zuvor hatte die „Rheinische Post“ darüber berichtet.

Nach massiven Versäumnissen bei der Ermittlungsarbeit der zunächst zuständigen Kreispolizei Lippe hatte sich der Fall zu einem Polizeiskandal ausgeweitet. So verschwanden 155 Datenträger aus einem nicht gesicherten Raum bei der Polizei Lippe. Der Verlust wurde erst Wochen später bemerkt. Die Staatsanwaltschaft Detmold habe inzwischen ein Strafverfahren gegen Unbekannt wegen Diebstahls eröffnet, erklärte Reul.

Seit 2008 waren nach bisherigen Erkenntnissen auf dem Campingplatz an der Landesgrenze zu Niedersachsen mindestens 31 Kinder und Jugendliche in mehr als 1000 Fällen Opfer sexuellen Missbrauchs geworden. Zudem gibt es Hinweise, dass es schon vor 2008 Taten gab. Drei Hauptverdächtige sitzen in Untersuchungshaft.

Aus Antworten auf Fragen der oppositionellen Grünen geht hervor, dass die Polizei Lippe am 11. Januar erstmals berichtet hatte, dass 30 oder mehr Kinder Opfer des Missbrauchs sein könnten. Trotz des Ausmaßes übertrug das Innenministerium erst rund drei Wochen später die Ermittlungen auf die personell besser ausgestattete Polizei in Bielefeld.

Bericht zum Fall Lüdge

Bericht für Landtag mit Antworten auf SPD-Fragen

(dpa)
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