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Wuppertaler SV verliert zum dritte Mal in dieser Saison in Unterzahl

Fußall-Regionalliga : Wuppertaler SV verliert zum dritte Mal in Unterzahl

Nach dem 0:1 gegen den SC Wiedenbrück stehen die Wuppertaler auf Rang 16 nur noch einen Platz über der Abstiegszone. Nach 15 Minuten sieht Kevin Pytlik wegen einer Notbremse die Rote Karte. Die Wuppertaler kämpfen aufopferungsvoll, bleiben aber glücklos.

Die Wochen der Wahrheit, die mit dem 2:0 gegen Lotte vor acht Tagen positiv begonnen hatten, gehen für den Wuppertaler SV nach der 1:6-Schlappe in Essen unter der Woche unerfreulich weiter. Mit 0:1 (0:1) unterlagen die Wuppertaler am Samstag im Heimspiel dem Aufsteiger SC Wiedenbrück. Zum dritten Mal in dieser Saison mussten sie dabei über weite Strecken in Unterzahl spielen. Diesmal sah Innenverteidiger Kevin Pytlik die Rote Karte, als er nach 14 Minuten nach einem fatalen Fehlpass im Mittelfeld als letzter Mann Wiedenbrücks Tabaku am Strafraum unfair stoppte. Unmittelbar vorher war bereits das 1:0 für die Gäste gefallen, als man Saban Kaptan an der Strafraumgrenze recht unbedrängt hatte schießen lassen.

Der WSV war gegen einen weitgehnd harmlosen Gegner auch in Unterzahl die aktivere Mannschaft, kämpfte bewundernswert, doch viel blieb Stückwerk. Und dann fehlte auch ein bisschen das Glück. Die Mannschaft bleibt damit wei von ihren Ansprüchen entfernt. Sie muss sich in der Tabelle derzeit nur noch nach unten orientieren. Sie fiel um einen Rang zurück auf Platz 16, weiter nur zwei Punkte von Lotte auf dem ersten Abstiegsrang entfernt.

Gegenüber dem Essen-Spiel hatte Trainer Alexander Voigt die Anfangsformation auf zwei Positionen verändert. Weil Linksverteidiger Tolga Cokkosan mit Wadenproblemen ausfiel, rückte Joey Müller aus dem defensiven Mittelfeld auf diese Position und musste sich dort mit Wiedenbrücks schnellem Top-Torschützen Phil Beckhoff auseinandersetzen. Kapitän Tjorben Uphoff rückte für Müller aus der Viererkette ins defensive Mittelfeld, auch um dort für mehr Stabilität zu sorgen als in Essen. Für Uphoff spielte Noah Salau Innenverteidiger, kam neu ins Team. Im Sturm begann Gianluca Marzullo auf rechts, dafür rückte Jonas Erwig-Drüppel zurück in die Viererkette. Semir Saric, der diese Position in Essen bekleidet hatte, musste zunächst auf der Bank Platz nehmen.

In dieser Formation begann der WSV - wie in Essen - nicht schlecht. Aus einem Wiedenbrücker Eckball entwickelte sich nach wenigen Minuten ein starker WSV-Konter, den Marwin Studtrucker auch schön abschloss. Bei seinem Schrägschuss aus zwölf Metern fand er aber in Torwart Marcel Hölscher seinen Meister. Der WSV hatte die schnellen Wiedenbrücker Außen gut im Griff, doch nach 14. Minuten fiel wie aus dem Nichts das 0:1. An der Strafraumgrenze hatte Wiedenbrücks Saban Kaptan in einer unübersichtlichen Situation recht unberdängt abziehen können. Aus dem Wuppertaler Anstoß entwickelte sich dann die Szene, die zur Roten Karte für Pytlik führte. Er war der Leidtragende nach einem folgeschweren Fehlpass von Tjorben Uphoff im Spielaufbau.

Genau wie beim 0:1 in Köln, als der WSV nach 20 Minuten Mittelstürmer Marco Königs mit Gelb-Roter Karte verloren hatte, zeigte die Mannschaft danach eine gute Reaktion, versuchte auch weiter nach vorne Akzente zu setzen, was auf dem tiefen Boden natürlich ungeheuer kraftraubend war. Um gleichzeitig die defensive Stabilität nicht zu verlieren, musste - wie schon in Köln - Rechtsaußen Beyhan Ametov für Mittelspieler Daniel Grebe weichen. Offensiv sicher ein Verlust, hatte doch Ametov drei der letzten vier WSV-Tore erzielt.

Zwei, drei gute Chancen spielten die Wuppertaler danach heraus, während Wiedenbrück bis auf das Tor bis zur Pause keine nennenswerte Offensivaktion mehr zustande brachte. Pech, dass Gianluca Marzullo bei einem guten Versuch nur den Pfosten traf. So ging es für die Wuppertaler mit dem Rückstand in die Kabine. Unmittelbar vor dem Halbzeitpfiff hatte auch noch Marzullo verletzungsbedingt gegen Semir Saric ausgetauscht werden müssen. Marzollo erlitt eine schwere Beckenprellung. Mit ihm und Ametov, waren damit die beiden bisher erfolgreichsten WSV-Schützen (beide fünf Saisontreffer) draußen.

Nach dem Wechsel wurden die Gäste nach vorn etwas munterer, dass sie hier in Überzahl spielten, war aber weiter kaum erkennbar. Kämpferisch war dem WSV absolut nichts vorzuwerfen, es fehlte aber die Genauigkeit und Durchsetzungsstärke in den Offensivaktionen. Nach einer Stunde wurde dann Daniel Nesseler erstmals nach seiner schweren Leistenverletzung eingewechselt. Er kam für Tim Wendel im defensiven Mittelfeld, rückte später zurück in die Viererkette und beeindruckte in seinem ersten Fußallspiel nach zehn Monaten mit Spielverständnis und Sicherheit.. Zunehmend machte sich bei seinen Kollegen aber der Kräfteverschleiß bemerkbar und Wiedenbrück gewann nun ein Übergewicht. Niklas Szeleschus scheiterte aus kurzer Distanz an Niklas Lübcke, der hervorragend den Winkel verkürzte.Wiedenbrück arbeitete am 2:0. Das fiel aber nicht und in den letzten zehn Minuten machte der WSV noch einmal Druck. Doch allzu zwingend wurde es nicht und auch das Glück war an diesem Tag kein Wuppertaler. So stand am Ende die zweite Heimniederlage im vorletzten Heimspiel des Jahres. Das letzte folgt am Mittwoch gegen Straelen. Der Druck wird immer größer.