Zwischen den Jahren gibt es im Zoo viel zu entdecken.

Zoo : Am Wintermorgen frieren Elefantenohren

Zwischen den Jahren gibt es im Zoo viel zu entdecken. Etwa Dickhäuter mit Tannen im Rüssel.

„Fürs Laufen auf den bergigen Wegen ist es so besser. Aber insgeheim hätten wir uns schon auf einen Spaziergang durch Schnee gefreut“, sagt Adina Edwards bei ihrem Besuch im Wuppertaler Zoo. Zusammen mit ihrem australischen Mann Shoun und ihren beiden Kindern Grace und Kayla gehört die zweifache Mutter zu den vielen Familien, die das winterliche Wetter am vergangenen Samstag zu einem Zoobesuch nutzten. Doch auch ohne Schneefall kamen die Besucher zwischen den Feiertagen, die immer noch unter weihnachtlicher Besinnlichkeit zu stehen schienen, auf ihre Kosten.

„Es ist zwischen den Jahren ein besonders ruhiger Spaziergang“, hebt Norbert Sdunzik die gemütliche Atmosphäre hervor, die auf der ganzen Anlage herrscht. „Sogar die Tiere stellen sich besonders in Pose und lassen sich gerne fotografieren“, sagt der Hobbyfotograf und zeigt ein schwarzes Mini-Schwein, das unbekümmert in seine Kamera hineinschaut. Ein guter Tag, den der 64-jährige Wuppertaler nutzt, um besondere Motive – wie die Füße einer Echse – zu finden, um sie auf seinen privaten Internetseiten hochzuladen.

Dabei scheinen die niedrigen Plusgrade den meisten Besuchern ebenso wenig auszumachen, wie den Schneeleoparden, Pinguinen, Rentieren oder den beiden Eisbären, die in der Außenanlage ihrer Gehege offensichtlich Spaß daran haben, ihren Zuschauern den Sprung ins Wasser vorzutäuschen, um dann abzudrehen.

Elefanten müssen am
Morgen drinnen bleiben

„Bestimmten Tieren machen die Temperaturen natürlich nichts aus. Bei anderen, wie bei den Elefanten müssen wir vorsichtiger sein“, berichtet Tierärztin Dr. Lisa Grund von Vorkehrungen, die das Zoopersonal unternahm. So werden die Elefanten an diesem Tag beispielsweise nicht raus gelassen. „Die Gefahr, dass ihre Ohren erfrieren, ist zu groß“, erklärt die promovierte Tierexpertin, die am Morgen schon einen Rundgang gemacht hat und sich bei allen Pflegern nach dem Rechten erkundigte.

Die Tiere scheinen die Feiertage gut überstanden zu haben. Lediglich einen Gecko muss Lisa Grund untersuchen. Dieser hatte sich als einziger seiner Art wohl zu lang und zu nahe an der Wärmelampe aufgehalten und leichte Hautverbrennungen zugezogen. „Sie ist aber schon auf dem Weg der Besserung“, spricht die 30-Jährige von einem zufriedenstellenden Heilungsverlauf.

Angekommen im Elefantenhaus, staunen die Besucher nicht schlecht. Die Elefantendamen Saabie, Swoni und Tika lassen sich Weihnachtsbäume schmecken. Dabei handelt es sich um nicht verkaufte Exemplare, die gespendet wurden, erklären die Pfleger der Dickhäuter.

Für gute Pflege sorgen auch die Mitarbeiter des von Culinaria betriebenen Zoorestaurants „Okavango“. „Zwischen den Feiertagen ist generell mehr los“, berichtet Objektleiter Oliver Korbach mit Blick auf die speisenden Gäste von zufriedenstellenden Besucherzahlen. „Hier rein zu kommen und sich je nachdem entweder bei Kaffee und Kuchen oder einem der Tagesgerichte zu erholen, gehört für uns einfach dazu“, lobt Tim Meister die Zoogastronomie, die nach etwas mehr als vier Jahren zum festen Bestandteil des Zoos geworden und kaum noch wegzudenken ist.

Weihnachtsfeiern lockten
Gäste ins Zoo-Restaurant

Durch die Weihnachts- und Geburtstagsfeiern, die Kulinaria im „Okavango“ anbietet, sei zwar viel los gewesen, dass die Schwebebahn nicht fährt, merke man im normalen Tagesgeschäft dann doch. „Je mehr Besucher in den Zoo kommen, desto mehr Leute kommen auch zu uns rein“, sagt Korbach.

Genauere Zahlen zu den Feiertagen mochten die Mitarbeiter des Zoos noch nicht nennen. „Natürlich macht sich das bemerkbar“, sagt Lisa Grund, die aber offensichtlich nicht viel davon hält, sich andauernd darüber zu beklagen, was nicht läuft. Viel mehr kümmert sich die Ärztin, die sich auch bei Fragen der Besucher viel Zeit nimmt, um die Tiere und um die Gäste, die den Weg zum Zoo gefunden haben.

Die meisten Menschen auf der Anlage machten einen zufriedenen Eindruck. Das beweist, dass ein Besuch im Zoo keine Frage des Wetters, sondern der inneren Einstellung ist. Lohnen tut sich ein Spaziergang auf jeden Fall immer.

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