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Zweifach gescheitert

Zweifach gescheitert

Kommentar

Die beherrschenden Themen der jüngten Zeit trafen gestern aufeinander: der Fall Talea und die Schließung zweier Schulen. Es war schon skurril, wie da ein Rat in die Zange genommen wurde. Auf der einen Seite die Schul-Kämpfer aus Cronenberg, auf der anderen die Familie der getöteten Fünfjährigen. Eigentlich verbietet sich ein Vergleich. Und dennoch: Der Zufall wollte es, dass Beobachter das zweifache Eingeständnis eines Scheiterns miterlebten. Im Fall Talea geschah das schweigend, bei den Schulen in der gewohnten Debatten-Polemik. Eine Stadt mit all ihren Apparaten, Sicherungen und Mitbestimmungsmöglichkeiten hat nicht verhindern können, dass ein Pflegekind starb. Und sie kann nicht verhindern, dass sie Schulen schließen muss, weil die Stadt dramatisch schrumpft. Nach einer Sitzung wie der gestrigen ist es gut zu wissen, dass es Wuppertaler gibt, die verhindern werden, dass die Politik jetzt zur Tagesordnung übergeht.

andreas.lukesch@ westdeutsche-zeitung.de