Zugriff: Die „falsche“ Geiselnahme

Zugriff: Die „falsche“ Geiselnahme

Unblutig ging Sonntagnacht in Langerfeld ein Großeinsatz der Polizei zu Ende. Offen ist, ob es überhaupt eine Straftat gab. Ein 21-Jähriger wurde wieder auf freien Fuß gesetzt, die Ermittlungen dauern an.

Wuppertal. Die Polizei hatte eigentlich keine Wahl. Als am späten Samstagabend - Henry Maske hatte noch nicht zu Ende geboxt - der Anruf der Bewohnerin eines Mehrfamilienhauses an der Leihbuschstraße in Langerfeld einging, setzte sich ebenso logisch wie unerbittlich der Polizeiapparat in Gang.

Schnell wird der angebliche Geiselnehmer in seiner Wohnung überwältigt. Alles läuft reibungslos. Verletzt wird niemand. In der Wohnung findet sich die Waffe, von der die Nachbarin am Telefon sprach. Es handelt sich um eine Schreckschusspistole. Wer kann so etwas ahnen?

Ganz schnell wird der junge Mann in eine Streife gesetzt. Wenig später trifft der Wagen im Polizeipräsidium ein. Eine kurze Vernehmung. Dann landet der laut Kripo betrunkene 21-Jährige für den Rest der Nacht in der Ausnüchterungszelle.

Polizei-Sprecher Gustav Heyer - auch er verbrachte die halbe Sonntagnacht vor Ort in Langerfeld - stellt klar: "Nach Lage der Dinge mussten wir so vorgehen." So ist es wohl. Zumal gestern bekannt wurde, dass den Nachbarn im Haus eine ähnliche Bedrohungssituation zwischen den jungen Eheleuten bereits am Samstagnachmittag aufgefallen sein soll.

Die Polizeiarbeit wird jedenfalls weitergehen. Polizei-Sprecher Heyer am Sonntag zur WZ: "Die Ermittlungen wegen des Verdachts der Bedrohung dauern an."

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