Zu viel Dealerei und Ärger — Café Cosa schließt für eine Woche

Zu viel Dealerei und Ärger — Café Cosa schließt für eine Woche

Der Suchttreff weitet die Reinigungspause aus, um ein Signal zu setzen.

Das Café Cosa hat für diese Woche seinen Betrieb eingestellt. Laut Leiterin Klaudia Herring-Prestin schließt der Süchtigentreff jedes Jahr für ein paar Tage, um die Räumlichkeiten zu reinigen und das Personal weiterzuqualifizieren. In diesem Jahr nimmt sich das Café Cosa allerdings eine ganze Woche „Sommerurlaub“. Herring-Prestin sagt: „Das machen wir auch, um ein Signal an unsere Besucher zu senden.“ So sei die Situation rund um das Café Cosa, das übergangsweise am Kirchplatz untergekommen ist, schwieriger als sonst.

Herring-Prestin berichtet davon, dass szenetypisches Verhalten — Dealen, Hehlen, Konsum, Streitereien — in den vergangenen Wochen sehr geballt aufgetreten sind. „Wir brauchen jetzt eine Zeit zum Durchschnaufen“, sagt sie.

Grund für die angespannte Situation, sei aus ihrer Sicht auch die ungünstige Lage am Kirchplatz. Der vom Kirchplatz aus wegen der Baucontainer nicht einsehbare Raum vor der Süchtigen-Einrichtung sei zum „Niemandsland“ zwischen Café und öffentlichem Raum geworden. Dort könne weder das Café Cosa Hausverbot erteilen, noch finde eine soziale Kontrolle statt. „Selbst wenn Polizisten über den Platz gehen, müssen sie erst hinter die Cotainer gehen, um dort Einsicht zu haben“, sagt Herring-Prestin. Das habe die Szene erkannt, so dass im Bereich zwischen Häuserwand und Baucontainer vermehrt Verhalten an den Tag gelegt wird, das in den vier Wänden des Cafés nicht geduldet werden würde. Die Leiterin betont daher die Wichtigkeit einer exponierten Lage des Cafés — so wie es im Wupperpark Ost angedacht ist.

Doch bis das Café Cosa an die B7 ziehen kann, muss noch ein Übergangsdomizil gefunden werden, denn zum Ende des Jahres will die evangelische Kirche ihre Räume an der Calvinstraße 21 definitiv zurück. Bislang lief die Suche ohne Ergebnis: „Es gibt keinerlei erfolgversprechende Optionen.“ Spätestens im September müsse man über die nähere Zukunft des Café Cosas beraten.