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„Zirkus Antonia“ verliert nach zehn Jahren seine Direktorin

„Zirkus Antonia“ verliert nach zehn Jahren seine Direktorin

Rektorin Antonia Dicken-Begrich wechselt vom Carl-Duisberg-Gymnasium zur Bezirksregierung. Sie will nun wichtige Schulreformen in der Behörde begleiten.

Wuppertal. Das Carl-Duisberg-Gymnasium hat schon viele legendäre Partys erlebt. Der Abschied von "Mister CDG" Wolfgang Diepenthal etwa war solch eine Veranstaltung. Nun verliert das Gymnasium eine weitere Integrationsfigur: Schulleiterin Antonia Dicken-Begrich wechselt nach Düsseldorf zur Bezirksregierung, als schulfachliche Dezernentin für Gymnasien mit Deutsch als Generalie.

Als die Nachricht rumging, saß der Schock im Stadtteil tief; bei Schülern, Eltern und Lehrern gleichermaßen. Nicht umsonst hing im Lehrerzimmer jahrelang ein Plakat des Zirkus Anton, das die Kollegen mit schwarzem Edding wohlwollend in "Zirkus Antonia" umtauften. Am Samstag konnten sich nun beim Sportfest Schüler und Eltern von der geborenen Wuppertalerin verabschieden, heute sind die Lehrer dran. "Ein Tag für das Kollegium", sagt Antonia Dicken-Begrich.

Etwa zehn Jahre lang habe ihr Wirken wesentlich aus persönlichen Gesprächen bestanden. Denn Lernen habe ganz viel mit guter Beziehungsarbeit zu tun. Um solche Verbindungen wird es nun auch am letzten Arbeitstag gehen. Hürden baut da niemand mehr auf. Vielmehr erinnern sich etliche Lehrer, dass ihre Direktorin auch mit ihnen völlig offen umgegangen ist, wenn sie sich einmal beruflich verändern wollten.

Ob sie denn wirklich glaubt, in Düsseldorf etwas bewirken zu können? "Ja, ich bin davon sogar überzeugt," sagt die Schulleiterin. Das Zentralabitur, Lernstandserhebungen, die verkürzte Schulzeit, das individualisierte Fördern: alles Kernbereiche, die auch das Fach Deutsch angehen.

Außerdem wandele sich die Behörde von einer mit Kontroll-Funktion immer mehr zu einer beratenden, gehe es doch um Themen wie Selbstständigkeit der Schule und Qualitätsverbesserungen. Dabei hofft Antonia Dicken-Begrich wie alle Lehrer, dass die Zahl der Neuerungen langsam sinke, zugunsten einer notwendigen Phase der Ruhe für die der Umsetzung.

Was das CDG angeht, so ist das Motto nach Angaben der Schulleiterin klar: "Mit jedem Wechsel entsteht auch eine Chance." Längst seien verlässliche Teamstrukturen am Gymnasium entstanden. Und weiter wegen des 30-Millionen-Euro-Investitionsbedarfs stellt Dicken-Begrich klar: "Wenn die Schule aus diesem Stadtteil weg ist, ist ein ganz wichtiges Stück Struktur weg." Zumal die Anmeldezahlen unglaublich hoch seien.

Antonia Dicken-Begrich jedenfalls freut sich auf eine neue Tätigkeit im vielleicht letzten beruflichen Abschnitt: In Düsseldorf hat sie übrigens bis 1968 gewohnt, in Bad Homburg das Abi gemacht, in Marburg Germanistik und Geschichte studiert. 1979 kam sie zurück nach Wuppertal, wo sie das Referendariat am Wilhelm-Dörpfeld-Gymnasium absolvierte. Später war sie zwei Jahre lang am Gymnasium Vohwinkel Stellvertreterin. Aufgewachsen ist sie aber da, wo das Carl-Duisberg-Gymnasium steht, in Oberbarmen.