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Ziel: Die Wuppertaler Rathaus-Galerie als Handelsstandort profilieren

Wirtschaft : Ziel: Die Rathaus-Galerie als Handelsstandort profilieren

Michaela Spatz-Feddeck ist neue Center-Managerin — und weiß um die Herausforderungen der Aufgabe.

„Es ist ein Haus mit Historie“, sagt Michaela Spatz-Feddeck über ihren neuen Arbeitsplatz. Seit Anfang des Jahres ist die gebürtige Essenerin neue Centermanagerin der Rathaus-Galerie. Zuständig also für das  Einkaufszentrum, das einst Wuppertals Aushängeschild war, in den vergangenen Jahren aber schwere Zeiten erlebte. Eine Neuausrichtung ist angedacht, die will auch der Eigentümer bis 2023 voranbringen (die WZ berichtete). Die Rathaus-Galerie, in den 1990er Jahren eingeweiht, soll ein Nahversorgungszentrum werden. Und Spatz-Feddeck, die über jahrelange Erfahrung im Bereich Marketing und Centermanagement verfügt und unter anderem in Duisburg und zuletzt in Aachen tätig war,  soll den Prozess vor Ort in Wuppertal steuern.

„Wir wollen das Center wieder als Handelsstandort profilieren“, sagt sie. „Als einen Ort, wo Elberfelder und Wuppertaler gerne hingehen.“ Eine Mischung aus „Nahversorgung und Stadtteilzentrum“ sei das Ziel, mit dem Blick vor allem auf die Nordstadt als Potenzialraum. Dafür sei aber eine Umgestaltung notwendig, hatte auch der Eigentümer im vergangenen Jahr gegenüber der WZ erklärt. Es geht zum einen um bauliche Veränderungen — eine Idee ist, dass zukünftig eine Etage weniger für Einzelhandel und dafür möglicherweise für Wellness oder einen Hotelbetrieb genutzt wird. Zum anderen um „Umschichtungen“ innerhalb der Galerie, was die Mieter angeht.

Erster Umzug innerhalb
der Galerie ist vollzogen

Anfang 2020 sollte es losgehen. Ein erster Umzug sei bereits vollzogen worden, sagt Spatz-Feddeck. Dem Kleidungsladen Freaky Style stehe nun eine „attraktivere Fläche“ zur Verfügung. Weitere Umzüge werden folgen, was dann auch den Kunden auffallen dürfte. Viele Wuppertaler, aber auch die Politik, warten auf Veränderungen in der Rathaus-Galerie. Angekündigt sind sie schon seit längerem. Nach außen hin ist aber wenig passiert. Ein Sprecher des Eigentümers — ein deutsches Unternehmen aus dem Raum Berlin kaufte 2017 die Rathaus-Galerie — nannte dies gegenüber der WZ durchaus branchentypisch. Im Umfeld wächst allerdings die Ungeduld.

Auch Spatz-Feddeck will sich mit Ideen in den Prozess einbringen. Gedanken hat sie sich unter anderem schon zum Karlsplatz gemacht. „Es wäre schön, wenn man ihn wieder beleben könnte.“ Am vergangenen Wochenende hatte eine Studierende-Gruppe der Bergischen Uni das Areal schon einmal in ein Reallabor verwandelt (die WZ berichtete). „Das war schon interessant“, sagt Spatz-Feddeck. Ihre Vorschläge zu dem Areal oder auch zum Willy-Brandt-Platz  an der anderen Seite der Galerie will sie aber noch nicht öffentlich machen. Denn bei allen Planungen rund um die Rathaus-Galerie gibt sie zu bedenken, dass es keine Schnellschüsse geben wird.

Wichtig sei die Kooperation mit der Stadt Wuppertal. Regelmäßig gebe es Gespräche. Der Bereich rund um die Galerie gehört auch zum Projekt Qualitätsoffensive Innenstadt. Darauf setzt auch die Eigentümergesellschaft des Einkaufszentrums. Immer wieder ist von der Neumarktstraße als „unsichtbare Barriere“, die die Kundenströme abhält, weiter Richtung Nordstadt zu fließen, die Rede. Dieses Hindernis, so sehen es Vorschläge vor, könnte allerdings fallen. Auch Spatz-Feddeck würde das begrüßen.