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Zahl der Insolvenzen geht in Wuppertal stark zurück

Zahl der Insolvenzen geht in Wuppertal stark zurück

Die Entwicklung bei Privat- und Firmenpleiten ist überdurchschnittlich gut.

Wuppertal. Was hat es nicht schon für Rankings gegeben, in denen Wuppertal alles andere als schmeichelhaft davonkam? Unterdurchschnittliche Dynamik, Wirtschaftskraft, Unternehmensfreundlichkeit, hohe Verschuldung, zuletzt sogar mangelnde Fertigkeit beim Führen eines Autos wurden der Stadt und den Wuppertalern da schon vorgeworfen.

Und häufig hatten die Vertreter der Wirtschaft dabei das Gefühl, dass diese Rankings nicht mehr den aktuellen Zustand spiegeln. Nun gibt es wieder eine neue Studie, wonach sich Wuppertal gegen den Trend entwickelt, diesmal jedoch im positiven Sinn: Denn die Zahl der Insolvenzen steht in Wuppertal in einem sehr viel freundlicheren Licht als im bundesweiten Vergleich.

Das geht aus der jüngsten Untersuchung von Wirtschaftsauskunftei und Inkasso-Dienstleister Creditreform hervor.

Demnach gab es in Wuppertal während der ersten sechs Monate des laufenden Jahres 344 Privatinsolvenzen. Auffälligster Monat war dabei der Mai mit 102 Fällen. Im Vergleich zum Vorjahr hat sich die Zahl der privaten Pleiten jedoch um 7 Prozent gebessert. Und damit liegt Wuppertal nach Angaben von Jean Christenat (Creditreform Wuppertal) deutlich über dem Bundesdurchschnitt, der eine Besserung von 4,2 Prozent hergibt.

Noch deutlicher und nach Worten von Christenat „sensationell deutlich“ ist der in Wuppertal besonders positive Trend bei den Firmenpleiten des ersten Halbjahres zu erkennen.

180 Firmeninsolvenzen waren es in den ersten sechs Monaten des Jahres 2011, 157 im ersten Halbjahr 2012 und 146 im laufenden Jahr. Das macht in der jüngsten Entwicklung ein Minus von 7,5 Prozent. Bundesweit hingegen legte die Zahl der Unternehmensinsolvenzen zuletzt um 3,4 Prozent zu.

Für den Handel sind solche Zahlen natürlich immer relevant, weil bei vielen Insolvenzen auch viel Kaufkraft im lokalen Markt verloren geht. Während der vergangenen Jahre wurde deshalb schon häufig der üble Kreislauf beschrieben, wonach auf eine schlechte Nachricht die andere folgt. Diesmal jedoch ist zumindest die Tendenz gut.

Auch auf dem Arbeitsmarkt hat Martin Klebe, Chef der Agentur für Arbeit, jüngst eine Trendwende ausgemacht. Zuletzt sank die Arbeitslosenquote (sie liegt aktuell bei 11,7 Prozent) erstmals in diesem Jahr unter den Vorjahreswert.