Zahl der Arbeitslosen sinkt auf niedrigsten Stand seit 36 Jahren

Zahl der Arbeitslosen sinkt auf niedrigsten Stand seit 36 Jahren

Die gute Sommerentwicklung setzt sich laut Agentur für Arbeit fort. Nur bei den Jüngeren gibt es einen leichten Anstieg.

EN-Kreis/Sprockhövel. Die Belebung auf dem Arbeitsmarkt im Ennepe-Ruhr-Kreis hält an. Vor dem Hintergrund der intakten konjunkturellen Rahmenbedingungen setzt sich damit die gute Sommer-Entwicklung fort. Die Zahl der Arbeitslosen sank im Juni um 102 auf aktuell 9842, die Quote um 0,1 Punkte auf 5,7 Prozent. Im Vorjahr betrug sie noch 6,4 Prozent. Der Vorjahresstand wird um fast 1100 Erwerbslose unterschritten. „Das ist der niedrigste Stand seit 36 Jahren“, betont Maren Lewerenz, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Hagen. Der Arbeitsmarkt im Kreis entwickele sich gut. Einzige Ausnahme seien die Jüngeren unter 25 Jahren. „Bei ihnen steigt die Arbeitslosigkeit wegen der frühen Ausbildungsabschlüsse. Ich bin zuversichtlich, dass sie als gesuchte Fachkräfte wegen des aufnahmefähigen Marktes nur kurz arbeitslos sind.“

Gute Nachrichten gibt es laut Lewerenz auch in Sachen Beschäftigung. Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten im Kreis ist mit 107 300 gegenüber dem Vorjahr um fast 1800 gestiegen. Das sei zwar erfreulich, so Lewerenz, habe aber nicht die gleiche Dynamik wie in Nordrhein-Westfalen oder im Bundesgebiet insgesamt.

Die Kräftenachfrage im EN-Kreis ist nach dem guten Vormonat aktuell rückläufig. 604 Stellen wurden im Juni neu gemeldet, 89 weniger als im Vormonat, zugleich 144 oder 19,3 Prozent weniger als vor einem Jahr. Hier kündigt sich laut Agentur für Arbeit bereits die Sommerpause in den Betrieben bereits an. Der Gesamtstellenbestand ist in Relation zum Mai mit 2783 um 21 nur leicht gesunken (- 0,7 Prozent).

Obwohl die Arbeitslosigkeit in allen Städten des EN-Kreises niedriger als noch vor einem Jahr ist, ging die Zahl der Arbeitslosen im Juni nicht in allen Gemeinden zurück. In Schwelm (plus sechs auf 963), Hattingen (plus sieben auf 1762) und Herdecke (plus neun auf 428) gab es jeweils einen leichten Anstieg. Dagegen gingen die Zahlen in Breckerfeld (minus zwei auf 152), Sprockhövel (minus elf auf 496), Gevelsberg (-17 auf 1005), Witten (-29 auf 3468), Ennepetal (-32 auf 866) und Wetter (-33 auf 597) zurück.

Die Agentur für Arbeit rechnet für den nächsten Montag eher nicht mit weiter sinkenden Arbeitslosenzahlen, da der Sommer als Ende der saisontypischen Frühjahrsentwicklung bereits auf sich aufmerksam mache. Zudem sei die saisonale Schwankung in diesem Jahr aufgrund der relativ geringen Winter-Zuwächse bei den Arbeitslosenzahlen und dem bis in den Vormonat hohen Bedarf an Arbeitskräften nicht so sehr ins Gewicht gefallen. Red