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Youtube-Kurzfilm Among us: Science-Fiction-Dramatik made in Wuppertal

Film : Science-Fiction-Dramatik aus Wuppertal

Marcel Becker-Neu hat zum berühmten Videospiel einen Film gedreht, den auf Youtube bereits mehr als eine Million Nutzer gesehen haben.

Ein Raumschiff gleitet durch das Weltall. In seinem Inneren versucht ein Mann panisch vor einem Crewmitglied mit Messer zu entkommen – und scheitert im letzten Moment. Der Raumfahrer, der hier dramatisch zu Boden geht, ist der Wuppertaler Marcel Becker-Neu. Im neuen Kurzfilm „Among us“ spielt er nicht nur ein sphärisches Mordopfer, sondern übernahm auch Regie, Musik und Postproduktion. Veröffentlicht wurde der Film auf dem Kanal der beiden Youtube-Größen Jay und Arya, die sich unter anderem mit ihren Einschätzungen zu Kinofilmen und eigens gedrehten Clips ein breites Publikum erarbeitet haben. Jay und Arya schrieben gemeinsam mit Becker-Neu das Drehbuch zu „Among us“ und stehen ebenfalls selbst vor der Kamera, um nach dem Film-Tod zu ermitteln, welches Crewmitglied die Tat begangen haben könnte.

Das Video basiert auf dem gleichnamigen Computerspiel, das sich aktuell großer Beliebtheit erfreut. Darin muss ein Team durch Absprachen herausfinden, wer auf dem Raumschiff mordet. Das Brisante: Der gesuchte Spieler ist dabei stets unter den Ermittelnden und muss seine Schuld so unauffällig wie möglich vertuschen. Dieses Konzept wurde nun in einen bildstarken Film umgewandelt. Marcel Becker-Neu erzählt von der Umsetzung: „Vom Anruf mit der Idee bis zum Release waren es ungefähr zwei Wochen.“ Ein strammer Zeitplan, nach dem nach viel organisatorischer Arbeit an nur zwei Tagen gedreht wurde. Eine Lasertag-Halle diente dabei als Raumschiff-Interieur.

Kurz nach der Premiere
bereits 1,3 Millionen Klicks

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Pandemiebedingt arbeiteten wenige Beteiligte am Film mit: „Wir waren zu viert hinter der Kamera, also wirklich ein Mini-Team“, sagt Becker-Neu. Für ihn selbst stellte das Projekt eine Neuheit dar, auch wenn der Wuppertaler seit mehreren Jahren im Geschäft ist und bereits einige Auszeichnungen erhielt. „Ich betrachte das als meinen Debüt-Kurzfilm“, beschreibt er, denn seit seinem Studium hat der 30-Jährige nicht mehr Regie geführt. Üblicherweise betätigt er sich nur als Schauspieler und Komponist. „Als Regisseur muss ich immer wach sein und auf diverse Dinge achten“, erläutert Becker-Neu, für den „Among us“ eine Herausforderung darstellte, die aber „richtig Spaß gemacht“ habe, denn: „Das Projekt war dankbar. Science Fiction gespickt mit Horror, da kann man alle Parameter aufdrehen.“

Das Resultat ist ein zwölfminütiges, spannungsgeladenes Psycho-Spiel, in dem die Charaktere einander nicht vertrauen können und schwerwiegende Entscheidungen treffen müssen, so wie im Videospiel-Vorbild. Becker-Neu zieht ob der Vertrauensfrage und vorschnellen Verurteilungen auch Parallelen zum Alltag. „Den Bezug zu unserer Lebensrealität wollten wir bewusst mit einbeziehen, er war aber ja schon im Spiel verankert“. Auch wenn der Grundgedanke eher die cineastische Abbildung des Spiels war, kann er die Moral nicht vom Film trennen: „Jede Art von Kunst braucht lebensnahe Kritik und Auseinandersetzung.“

„Among us“ konnte kurz vor dem Lockdown in Berlin Premiere feiern und verzeichnet online nach nur einer Woche bereits 1,3 Millionen Aufrufe aus aller Welt.