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Youngcaritas Wuppertal: Wir wollen soziales Engagement erfahrbar machen

Kirche : Junge Leute sollen erfahren, ­wie einfach sie Gutes tun können

Wie können sich junge Wuppertaler einfach engagieren? Diese Frage will Youngcaritas beantworten und sucht Mitstreiter.

Ehrenamt – da denken viele Menschen erst einmal an Rentner. Um auch junge Menschen fürs Ehrenamt zu gewinnen, hat die Caritas Anfang 2019 in Wuppertal und Solingen youngcaritas gegründet. „Es gibt neben Schule und Uni kaum Möglichkeiten für ein klassisches Ehrenamt“, hat Anja Hütten vom Fachdienst Gemeindecaritas festgestellt. Oft werden Vereinsvorstände für vier Jahre gewählt – „so weit planen junge Leute gar nicht“. Im Gegensatz dazu ist youngcaritas spontan und unverbindlich.

„Wir wollen soziales und gesellschaftliches Engagement erfahrbar machen“, erklärt Anja Hütten. Der Slogan lautet „mit Herz, Hand und Hirn“. In Schulen, Jugendgruppen und Kirchengemeinden stellt sie derzeit das Konzept vor. Feste Treffs gibt es hingegen nicht. Stattdessen bietet youngcaritas über Soziale Netzwerke kurzfristige Aktionen an. Mitmachen kann jeder, der gerade Zeit und Lust hat – ohne sich langfristig festzulegen. Um sich vom klassischen Ehrenamt abzuheben, nennen sich die Teilnehmer von youngcaritas „Engagierte“.

Zu Weiberfastnacht 2019 etwa verteilten Engagierte unter dem Motto „Warm durch die Nacht“ Tee und Kaffee an Obdachlose. „Wir schenken ein offenes Ohr und ein warmes Getränk. Das ist eine niederschwellige Erfahrung“, sagt Anja Hütten. Auch bei der Smartphone-Sprechstunde für Senioren im Kolpinghaus helfen immer wieder Engagierte der youngcaritas und erklären älteren Menschen die Bedienung ihres Smartphones. Oder die jungen Leute treffen sich, um Zigarettenstummel von den Gehwegen zu sammeln.

Angesichts der Abstandsgebote sind solche Aktionen derzeit schwierig. Stattdessen basteln die Freiwilligen immer mal wieder Abreiß-Komplimente: Auf Zettel schreiben sie in schöner Schrift Mutmacher – etwa „Du bist toll, wie Du bist“ oder „Gib nicht auf!“. Diese Komplimente zum Mitnehmen hängen sie dann an einer öffentlichen Stelle auf.

„Uns ist wichtig, dass junge Leute erfahren, wie einfach sie Gutes tun können“, sagt Anja Hütten. Und es gehe darum, eine Bindung zu diesen Jugendlichen und jungen Erwachsenen aufzubauen. So hat sie in den Sommerferien mit Kindern der Ferienbetreuung über Toleranz gesprochen. Dabei haben die Kinder auch Holzbänke angemalt mit passenden Motiven, etwa bunten Toleranzfahnen oder Herzchen. Oder sie bastelten Notizblöcke aus Altpapier, um sich mit Nachhaltigkeit zu beschäftigen.