WZ-Wanderung in Wuppertal: Hingucker, die nicht jeder kennt

Barmen : Hingucker, die nicht jeder kennt

Mit „Geologische Überraschungen“ war die jüngste WZ-Wanderung überschrieben.

. Unter dem Motto „Geologische Überraschungen“ wanderten am Sonntag etwa 40 Wanderinnen und Wanderer vom Gelben Sprung bis zum Nordpark. Wanderführerin Monika Vogel vom Sauerländischen Gebirgsverein lud ein zu Orten, die man im Alltag schnell übersieht.

Die sieben Kilometer lange Strecke der WZ-Wanderung begann in der Kleingartenanlage Am Gelben Sprung. Monika Vogel erklärte den Ursprung der dortigen Steinhäuser: „Die Kleingärten dienten als Flüchtlingsort nach dem Krieg. Die Leute haben sich schnell etwas aufgebaut.“ Die Anwohner hätten zwar lebenslanges Wohnrecht gehabt, die Häuser waren aber nicht vererbbar, wie sie erklärte.

In der Lotte-Neumann-Siedlung auf Hatzfeld bestaunten die Wanderer die vielen Fachwerkhäuser in ruhiger Lage. „Wunderschöne Häuser, sehr gepflegt“, freute sich Mitwanderin Brigitte Grigoleit. Ein Fabrikant habe die Siedlung 1936 ins Leben gerufen und ihr den Namen seiner Tochter gegeben, wie Vogel berichtete. Seit 1985 stehe die Siedlung unter Denkmalschutz. „Es sollte ein Rathaus entstehen, damit die Siedlung eigenständig wird“, erklärte sie. Allerdings sei dies nie geschehen.

Weiter ging die Tour über den Stütingsberg zur Hatzfelder Straße, in der Vogel über die Geschichte des Axalta-Geländes sprach, das früher Kurt Herberts gehört hat. Ein weiteres Augenmerk waren die sanierten Häuser in der Straße Auf dem Brahm. Auch hier sollen Kriegsflüchtlinge gelebt haben. „Die Steinhäuser waren mit Holz verkleidet, sodass man dachte, es wären Hütten“, so Vogel.

Tolle Ausblicke – die früher
auch die Schmuggler genossen

Über eine Autobahnbrücke ging es dann Richtung Nordpark, in der das Motto „geologische Überraschungen“ besonders deutlich wurde. „Man sieht hier die unterschiedlichsten Ebenen. Berge, Täler und Schluchten, wie hier im Wildgehege“, erklärte die Wanderführerin. Gerade der Geopfad sei eine tolle Wanderstrecke, um diese Ebenen kennenzulernen. „Man sieht Ecken, die man so nicht kennt“, sagte sie. Vorbei ging es an Denkmälern, dem Sykwalk und den Mosaikbänken am Spielplatz.

Besonders der Kakaoplatz im Nordpark, umrandet von elf großen Steinen, sei vielen unbekannt. „Früher wurde hier Schwarzhandel getrieben und viel geschmuggelt. Man hat einen tollen Blick über die Stadt”, berichtete Vogel.

In Gesprächen mit den Wanderern gab sie hilfreiche Tipps zu weiteren Wanderstrecken und erzählte zahlreiche Details, unter anderem über den Spielplatz im Nordpark, der früher eine Rollschuhbahn gewesen sei. Rund zwei Stunden dauerte die Tour, die über 130 Höhenmeter den Wanderern die Möglichkeit bot, neue Ecken zu entdecken. „Für mich als Neu-Wuppertaler sind solche Veranstaltungen super, um die Umgebung kennenzulernen“, freute sich Volker Holtgrefe. Auch für Veronika Geisler war zumindest der Nordpark Neuland. „Der Weg durch die Kleingärten mit den verschiedenen Anpflanzungen, Bäumen und Blumen hat mir besonders gut gefallen“, sagte sie. Selbst der Regen konnte die Wanderer nicht abschrecken. „So ist das im Verein, man geht trotzdem”, so Monika Vogel.

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