WZ TV: Gitarre im Gottesdienst – Jesus Freaks in Wuppertal

WZ TV: Gitarre im Gottesdienst – Jesus Freaks in Wuppertal

Die Glaubensgemeinschaft spricht vor allem junge Menschen an, die wenig mit der als streng und konservativ wahrgenommenen Amtskirche anfangen können. Der Gottesdienst findet einmal im Monat im Hinterzimmer einer Kneipe statt. Reinreden ist erlaubt.

Wuppertal. Als die Punks Anfang der Neunziger Jahre im Hamburger Schanzenviertel ihren Glauben entdeckten, war klar: In den klassischen Gottesdienst der Amtskirche passen sie nicht so recht. Also gründeten sie kurzerhand eine eigene, freiere Glaubensgemeinschaft: die Jesus Freaks. Mittlerweile existiert die Bewegung bundesweit und hat sich von der Punkszene gelöst. Es sind Gemeinschaften von Menschen, die ihren Glauben lebensnah, pragmatisch und ohne vorgeschriebene Lehrmeinungen leben wollen.

Auch in Wuppertal gibt es seit 2007 eine Gruppe der Jesus Freaks, die sich einmal in der Woche in einer Wohngemeinschaft trifft, um über Jesus, Theologie, aber auch ganz alltägliche Dinge zu sprechen. Außerdem findet einmal im Monat in einem Hinterzimmers der Kneipe "Red Rooster" ein Gottesdienst statt. Statt Orgelmusik gibt es dann Gitarrentöne. Die Predigt wird abwechselnd von den Gemeindemitgliedern gehalten, Dazwischenreden ist erlaubt. Bis zu 30 Jesus Freaks nehmen an den Gottesdiensten teil. Gemeindemitglied Falko Ziemann erklärt: "Wir sehen unsere Aufgabe darin, Menschen zu erreichen, die den klassischen Kirchen denRücken gekehrt haben, weil sie sich auf Grund ihres Lebensstils oder ihres Aussehensnicht in die Gemeinschaften einfinden konnten. Entsprechend verstehen wir uns auch als Ergänzung zu den klassischenKirchen und nicht als Konkurrenz. " Ob jemand katholisch, evangelisch oder bislang keiner Konfession zugehörig ist, spielt dabei keine Rolle.

WZ TV war beim Gottesdienst im "Red Rooster" dabei und hat sich erklären lassen, was die Jesus Freaks von der Amtskirche halten und warum Jesus rockt.

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