Meinung WZ-Kommentar zur Meldung von Falschparkern: Anzeigen ist kein Wettbewerb

Wuppertal · Es gibt wohl kaum jemanden, der am Straßenverkehr teilnimmt und sich nicht schon einmal über Falschparker geärgert hat.

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Foto: Schwartz, Anna (as)

Gerade dann, wenn schlecht abgestellte Autos den Platz von Fußgängern beschneiden oder in der Nähe von Kreuzungen die Übersicht behindern. Inzwischen erlauben Handy-Apps Privatpersonen ganz einfach und bequem, Falschparker zu melden. Davon haben in Wuppertal allein im jüngsten Quartal Bürger in mehr als 200 Fällen Gebrauch gemacht. Nun mag das Fazit für diese neue Errungenschaft aus der Welt der Apps ja im ersten Augenblick positiv ausfallen. Das Ordnungsamt hat ein paar Zusatzkräfte gewonnen, die ehrenamtlich die Stadtkasse füllen und Parksünder müssen eben löhnen. Pech gehabt. Trotzdem ist diese neue Möglichkeit mit Vorsicht zu genießen. Denn das Rankingsystem fördert besonders eifrige Menschen wie den berühmten „Anzeigenhauptmeister“ zu Tage. Und plötzlich wird gezielt auf Knöllchenjagd gegangen und das an sich gute System ad absurdum geführt. Wenn etwa nachts Autos aufgeschrieben werden, die ohne andere zu behindern, wenige Zentimeter über einer Linie stehen, geht es längst nicht mehr darum, ein reibungsloses Zusammenleben zu regeln. Daher sollten Parkmelde-Apps über kein Ranking-System verfügen und großflächige Serien-Anzeigen einzelner User unterbinden.