Meinung WZ-Kommentar zur männlichen Besetzung der Wuppertaler Spitzenpositionen: Nur Prinzessin war früher

Wuppertal · Als die fünfjährige Emilia jüngst gefragt wurde, was sie einmal werden will, kam prompt die Antwort: „Technische Leiterin eines großen Entsorgungsunternehmens.“

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Foto: WZ/Alina Komorek

Zugegeben, das war jetzt ausgedacht. Fragt man Kinder nach ihrem Berufswunsch, steht bei den Jungs „Polizist“ hoch im Kurs, der „Feuerwehrmann“ nicht minder. Von Mädchen kommt gerne „Prinzessin“ als Antwort. Aber: „Polizistin“ oder „Feuerwehrfrau“ hört man aus weiblichem Kindermund auch immer öfter. Dass Frauen zwingend die eine Hand am Kochtopf und die andere an der Wiege haben, beide Hände zusammen aber lieber vom Steuer eines Autos lassen sollten, war einmal gesellschaftlicher Konsens, würde heute aber als frauenfeindlicher Unsinn verworfen. Zurecht, wie sich in vielen Berufssparten zeigt, in denen Frauen heutzutage nicht minder gute Leistungen bringen wie die Männer. Das wäre im Fall der beiden Vorstandsposten bei Sparkasse und AWG nicht anders. Diesmal konnte sich offenbar keine Bewerberin hier durchsetzen. Doch das kann sich irgendwann ändern: Die von Klaus Jürgen Reese thematisierte Technikaffinität muss nicht in Stein gemeißelt ein männliches Attribut bleiben. Und weibliche Bankvorstände gibt es anderswo längst. An fehlenden Rechenkünsten oder mangelnder Führungsstärke wird es jedenfalls nicht gelegen haben.

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