Meinung WZ-Kommentar zum Wuppertaler Parkraumkonzept: Schlechte Aussichten

Wuppertal · Das Problem ist komplex: Viele Menschen fahren ein Auto. Wenn sie es nicht benutzen, müssen sie es irgendwo abstellen.

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Foto: Anna Schwartz/ANNA SCHWARTZ

In einer Stadt, die viele Hanglagen aufweist und eng bebaut ist, ist Parkraum begrenzt – gerade in den betroffenen Wohnquartieren. Das Mobilitätskonzept sieht nicht vor, mehr Parkraum zu schaffen, sondern ihn anders zu verteilen. Zumal die Weise, in der Gehwege zugeparkt werden, weil andere Möglichkeiten entweder nicht vorhanden sind oder – auch aus Bequemlichkeit – nicht genutzt werden, kaum tragbar ist. Es frustriert alle. Die, die einen Parkplatz suchen, aber nicht finden. Die Anwohner, die dauerhaft auf eine Autoschlange blicken. Die Fußgänger, Busfahrer, Feuerwehrleute, die Polizei. Doch wer ist dafür verantwortlich, muss die Situation lösen? Es sind nicht allein die Falschparker, sondern auch die Stadt, die eine passende Infrastruktur zur Verfügung stellen muss. Auch für alternative Mobilität. Frank ter Veld von den Grünen erwähnte, dass Wuppertal über Jahrzehnte zu einer autogerechten Stadt umgebaut worden sei. Wie Markus Stockschläder von der SPD es formuliert, kommen nun „widersprüchliche Interessen hinzu, die wir vereinen müssen: Steigende KfZ-Zulassungen, E-Scooter, Rad- und Fußverkehr und der ÖPNV müssen berücksichtigt werden, was uns möglicherweise nicht gelingen wird“. Schlechte Aussichten.

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