Meinung WZ-Kommentar zum Jahrestreffen der Wuppertaler CDU: Rucken statt poltern

Wuppertal · Klar, so ganz ohne ein paar Frontalsätze und Seitenhiebe gegen SPD und Grüne konnte es am Freitag nicht abgehen. Das war von Friedrich Merz als Oppositionsführer auch nicht anders zu erwarten. Aber: Das hat man schon heftiger, polternder erlebt.

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Foto: WZ/Alina Komorek

Hat da jemand seine PR-Berater ausgewechselt, fragte ein Besucher scherzend hinter vorgehaltener Hand. Mitunter schlug Merz – über den Umweg einer Hommage an die deutsche Verfassung, das Parteienrecht und den demokratischen Wettbewerb – verbindende Töne über die Parteigrenzen hinweg an. Merz ist Profi genug, um zu wissen, dass die parteiliche Intimität eines Jahrestreffens durch die Anwesenheit von Medienvertreter nur eine scheinbare ist: Das war noch keine Bewerbungsrede, aber seine Visitenkarte für eine Kanzlerkandidatur auf CDU-Ticket hat Merz damit schon einmal da gelassen. Da lag es für ihn denn auch nahe, die ganz großen Themen in Europa und in der Welt zu besprechen und sich durch die Blume als Mann mit dem notwendigen Führungspotenzial zu empfehlen. Zitate wie „Zeitenwende“ und das Herzogsche „Es muss ein Ruck durch Deutschland gehen“ durften dabei nicht fehlen. Einen solchen Ruck wünscht sich sein alter Parteifreund Johannes Slawig erst einmal für Wuppertal. Wen seine Partei für nächstes Jahr ins OB-Rennen schicken will, ließ er am Freitag aber weiter offen.

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