Meinung WZ-Kommentar zum Ausbau der L419: Aufgestaute Emotionen

Wuppertal · Es ist mal wieder ein Zwiespalt: Der Straßenverkehr nimmt zu.

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Foto: Anna Schwartz/ANNA SCHWARTZ

Erst gestern teilte das Manager Magazin mit, dass in Deutschland im Jahr 2023 deutlich mehr Autos produziert und verkauft wurden als im Vorjahr. Die Pkw-Neuzulassungen stiegen um 7,3 Prozent auf 2,8 Millionen. Wir brauchen also Straßen, auf denen Autos fahren – egal, ob es sich um klassische Verbrenner oder um E-Autos handelt. Die Parkstraße, um die es nun geht, ist für Ronsdorf wichtig; sie dient unter anderem als Hauptanschluss an Elberfeld, Barmen, Lichtscheid und darüber hinaus. Sie muss also ausgebaut werden, um den Verkehr wieder in Fluss zu bringen, auch wenn sie nicht so extreme Beeinträchtigungen mit sich bringt wie etwa die A46. Gleichzeitig sorgt solch ein Großprojekt für massive Einschränkungen für die Umgebung – und damit sind sowohl die Menschen als auch die Natur gemeint. Abgesehen von der reinen Bauphase – eine Vollsperrung wäre eine Katastrophe – kann sie auf Dauer die Lebensqualität beeinträchtigen. Das weiß jeder, der eine Autobahn vors Grundstück gesetzt bekommt. Ronsdorf ist – und das ist positiv gemeint – beschaulich. Irgendwie passt es also nicht zusammen, der Stadtteil und dieses Vorhaben. Aber es führt offensichtlich – auch wenn das in diesem Zusammenhang ein phrasenhaftes Bild ist – kein Weg dran vorbei, sondern mitten hindurch. Aber bitte mit Augenmaß.