Meinung WZ-Kommentar zu „Kein Public Viewing beim Langen Tisch in Wuppertal“: Andere Lösungen!

Wuppertal · Ein Public Viewing des EM-Viertelfinals der Deutschen Nationalmannschaft bei der Veranstaltung passt nicht ins Konzept des städtischen Marketings. Nun muss man damit leben, wenn der Lange Tisch nicht ins Konzept vieler Fußball-Fans passen wird.

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Foto: Olaf Kupfer/Michael Hollmann

Inzwischen gehen die Bilder aus den Großstädten viral. Zehntausende jubeln in Berlin über die Tore bei der laufenden Fußball-EM beim Public Viewing, viele Tausende auch in anderen Städten. Städte, die etwas auf sich halten. Nicht nur aus Gründen des städtischen Marketings hat das seinen Sinn, man könnte als lokaler Standort auch ein verbindendes Gemeinschaftserlebnis in einer Stadt anstreben, in der die Gemeinschaftserlebnisse über soziale und religiöse Unterschiede hinweg nicht so wahnsinnig häufig sind. Wuppertal strebt das nicht an: Zwei, drei kleinere Viewing-Standorte in der Stadt, von denen das Barmer Brauhaus noch der größte ist, sind weit vom großen Aufschlag entfernt, der Eindruck schinden und Euphorie erzeugen kann. So bleiben die Wuppertaler oft bei und weniger unter sich. Das ändert sich auch beim Langen Tisch nicht. Das ist aber auch nicht die Aufgabe dieses Stadtjubiläums. Ein größeres Public Viewing hätte die Stadt an anderem Standort aufziehen müssen. Beim Langen Tisch zieht die Erklärung von Wuppertal Marketing, dass der Charakter des Festes von einem dominierenden Fußballspiel untergraben würde. Klar ist aber: Wenn man hier meint, das passe nicht ins Konzept, muss man damit leben, wenn der Lange Tisch nicht ins Konzept vieler Fußball-Fans passen wird.