Meinung WZ-Kommentar zu Künstlicher Intelligenz an Schulen: „KI, ich übernehme“

Künstliche Intelligenz (KI) an Schulen: Chance oder Gefahr?

daniel.neukirchen@wz.de

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Foto: Schwartz, Anna (as)

Künstliche Intelligenz (KI) bietet ein enormes Potenzial, um den Unterricht in Schulen zu bereichern und individuelles Lernen zu fördern. Mit diesem Satz würde „ChatGPT“ einen Kommentar zum Thema Künstliche Intelligenz an Schulen beginnen. Kein Witz.

Daran lässt sich sofort eines der Probleme von Texten erkennen, die mit Künstlicher Intelligenz generiert wurden. Der Leser fragt sich zwangsläufig bei Passagen, die eine Wertung enthalten: ChatGPT, wie kommst du darauf? Das Programm hat schließlich keine Meinung. Es simuliert eine.

ChatGPT kann ausgezeichnet gespeichertes Wissen in beliebiger Form reproduzieren und ja, sogar neu zusammensetzen. Schwierig wird es aber, wenn KI einordnen, bewerten und objektiv beurteilen soll. Der Kommentar von ChatGPT zur Künstlichen Intelligenz an Schulen ist womöglich zu positiv gestimmt. Kann KI voreingenommen sein?

Dass in Schulen Kinder und Jugendliche auf eine Welt vorbereitet werden, in der KI-generierte Texte zum Alltag gehören, ist zwangsläufig richtig. Medienkompetenz wird jetzt entscheidender denn je. Eine gute Note wird sich künftig womöglich kaum noch derjenige verdienen, der Wissen gut reproduzieren kann, sondern derjenige, der es versteht, Informationen sicher zu bewerten, einzuordnen und Handlung abzuleiten. Dabei kann der Chatbot nicht helfen. Trügerisch ist, dass er es auf Befehl trotzdem tut.

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