Nach Hochwasserkatastrophe Wupperverband intensiviert Hochwasserschutz mit langfristigem Maßnahmenplan

Wuppertal · Raum für die Wupper: Wo der Wupperverband den Schutz drei Jahre nach der Hochwasserkatastrophe bereits verbessert hat.

Auch der Schwarzbach trat bei der großen Flut 2021 über die Ufer und sorgte für viel Zerstörung.

Auch der Schwarzbach trat bei der großen Flut 2021 über die Ufer und sorgte für viel Zerstörung.

Foto: Maren Boots

In diesen Tagen jährt sich die Hochwasserkatastrophe vom 14. Juli 2021, die auch die Wupper betraf, zum dritten Mal. Mit den Erkenntnissen aus dem Ereignis hat der Wupperverband seine Aktivitäten in der Hochwasservorsorge weiterentwickelt. Diese bündelte er im „Zukunftsprogramm Hochwasserschutz“. Der Verband hat daraus einen Plan mit 200 Maßnahmen erstellt, von denen sich einige bereits in der Umsetzung befinden. Wie der Verband mitteilt, ist der Zeithorizont insgesamt auf etwa 20 Jahre angelegt. „Der Kostenrahmen liegt nach heutiger Einschätzung bei 200 bis 250 Millionen Euro.“

Beim technischen Hochwasserschutz steht etwa der Bau des Hochwasserrückhaltebeckens Bornberg am Mirker Bach vor dem Abschluss. Er verursacht Kosten von etwa vier Millionen Euro. Gewässer aufzuweiten und den Wasserrückhalt in der Aue zu fördern, ist Bestandteil des „grünen Hochwasserschutzes“. Der Wupperverband hat bereits Projekte an der Uelfe in Radevormwald und der Wipper in Wipperfürth-Ohl umgesetzt. Ab kommendem Frühjahr ist ein Projekt in der Kohlfurth vorgesehen. Dort soll ein 150 Meter langer Abschnitt der Wupper renaturiert werden – mit dem Ziel, mehr Volumen im Fluss zu schaffen, die Fließgeschwindigkeit zu erhöhen und dadurch auch den Wasserspiegel zu senken. Unter anderem soll dafür die nahe der Kläranlage vorhandene Biegung von fast 90 Grad entschärft werden. Für einen elf Kilometer langen Abschnitt an der Oberen Wupper zwischen Marienheide und Wipperfürth laufen ebenfalls die Planungen.

Wie Thomas Klein, Geschäftsbereichsleiter Technik und Flussgebietsmanagement beim Wupperverband, Mitte Juni bei einer Informationsveranstaltung erklärte, plant der Verband, die Retentionsräume in den Talsperren der Wupper, der Bever und der Neye im Sommerhalbjahr dauerhaft um 4,5 Millionen Kubikmeter zu erhöhen. Dadurch können ergiebige Niederschläge vorübergehend aufgenommen werden. Zu weiteren Maßnahmen zählen unter anderem neue Messstationen und Sensoren. Diese sollen künftig auch im Hochwasserportal des Wupperverbands dargestellt werden. Damit stünden mehr Informationen zur Einschätzung der Lage zur Verfügung, einem Ausfall von Systemen werde vorgebeugt.

Thomas Klein betont allerdings, dass es keine 100-prozentige Sicherheit geben könne und auch Schutzmaßnahmen der Bevölkerung nötig seien. „Wir appellieren daher an alle Bürger, Vorsorgemaßnahmen für ihr Grundstück und ihre Immobilie umzusetzen.“ mag

(mag)