Wuppertals Trassenkapelle: Jetzt beginnen die Bauarbeiten

Wuppertals Trassenkapelle: Jetzt beginnen die Bauarbeiten

Das Gotteshaus am Bergischen Plateau soll 75.000 Euro kosten — finanziert durch Spenden. Es soll für alle Religionen offen sein.

Wichlinghausen. Der Zeitplan steht und die Finanzierung auch: Am Sonntag, 23. März, starten an der Nordbahntrasse mit dem ersten Spatenstich um 14 Uhr die Bauarbeiten für die Wichernkapelle. Sie soll am Bergischen Plateau in Wichlinghausen der Nachbarschaft ebenso zur Verfügung stehen wie Radfahrern und Wanderern. In die Kapelle —, sie soll allen Konfessionen offen sein — werden insgesamt 75000 Euro aus Spenden investiert.

„Wir haben inzwischen 50.000 Euro gesammelt und können damit jetzt starten“, berichtet Pfarrer Johannes Schimanowski beim Ortstermin in der Nachbarschaft der Skatehalle. Das Bauprojekt, das erste dieser Art im Gebiet der Rheinischen Kirche, wirft aber auch einige kritische Fragen auf: Wird eine solche Kapelle, im Gegensatz zu ihren Gegenstücken an der Autobahn, überhaupt ausreichend genutzt? Und wie lässt sie sich auf Dauer vor Vandalismus schützen? Gerade der ist auch auf der Trasse seit Jahren ein großes Problem.

„Je mehr wir die Kapelle nutzen, umso mehr wird sie auch geachtet“, sagt Schimanowski mit der Baugenehmigung in den Händen. „Und wir kümmern uns in dieser Hinsicht gerade auch um die Jugendlichen hier in der Nachbarschaft.“

Während die Nutzer der Nordbahntrasse in der offenen Kapelle bei ihrer Rast einen Ort der „inneren Einkehr“ finden sollen, werden auch das Schulzentrum Ost, die Skatehalle Wicked Woods und der geplante Kindergarten neben der Trassenmeisterei — sie liegt gegenüber der Kapelle — in das Konzept einbezogen: Pausengebete sind ebenso vorgesehen wie Andachten, etwa vor Trassenläufen. Die Trassenmeisterei wird die offene Kapelle — sie wird nicht mit Türen, aber mit Sitzen auf umfunktionierten Bahnschwellen versehen — ebenfalls im Blick halten.

Und Schimanowski ist sich mit seinen Mitstreitern sicher, dass der Wichernkapelle das Schicksal mancher verwaister Autobahnkirche erspart bleibt: „Für Radfahrer und Wanderer ist es einfach leichter, Rast einzulegen. Und sie nehmen eine Kapelle auch viel bewusster wahr als etwa ein Autofahrer. Wir sind sicher, dass das funktioniert.“

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