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Wuppertals Partnerstädte reagieren unterschiedlich

International : Wuppertals Partnerstädte reagieren unterschiedlich

In Matagalpa gibt es kaum Beschränkungen, in St. Etienne ist joggen tagsüber verboten.

Eine Mehrheit der Deutschen spricht sich einer Umfrage zufolge für die Beibehaltung der Bewegungseinschränkungen zum Schutz der Bevölkerung aus - anderswo wird die Corona-Pandemie offenbar weniger ernst genommen: In Nicaragua werden Medienberichten zufolge die Abstandsempfehlungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) vielfach missachtet. Viele seien zu Ostern in Badeorte gereist oder nahmen an dem offenbar gut besuchten „Summer Music Fest 2020“ nahe der Hauptstadt Managua teil. Zwar liefen Oster-Prozessionen auch ohne Publikum ab, aber die Regierung von Präsident Daniel Ortega soll Dutzende Veranstaltungen in der Karwoche organisiert und den Tourismus angekurbelt haben. In Wuppertals Partnerstadt Matagalpa gebe es keine Schulschließungen, auch sei das öffentliche Leben nicht wesentlich eingeschränkt, angeblich, weil nur wenige Menschen infiziert seien.

Unterdessen steigt deren Zahl und die der Todesopfer auch in Großbritannien weiter an. Laut offizieller Statistik seien mehr als 10 000 Menschen dem Virus erlegen. Aber vor allem viele Todesopfer in Seniorenheimen seien noch nicht erfasst. „Dreizehn weitere Menschen sind in South Tyneside gestorben, während die Gesamtzahl der bestätigten Fälle im Nordosten auf 3308 ansteigt“, schreibt The Shields Gazette am Sonntag.

In Wuppertals französischer Partnerstadt Saint Étienne hat Bürgermeister Gaël Perdriau neue Regelungen erlassen. So ist seit Freitag unter anderem die Ausübung individuellen Sports im öffentlichen Raum zwischen 9 Uhr und 21 Uhr verboten. „Eine sportliche Aktivität wie Joggen, führt zu starkem Schwitzen und verstärkter Ausatmung, mit dem unvermeidlichen Risiko der Tröpfchenausbreitung – Gelegenheiten für das Virus, sich durch den Kontakt mit anderen Spaziergängern zu verbreiten“, erklärte der Bürgermeister.
„Die Situation in Wuppertals israelischer Partnerstadt Beer Sheva - und vieles davon gilt natürlich auch für ganz Israel - ist nach wie vor sehr gespannt“, berichtet Arno Gerlach vom Freundeskreis Beer Sheva, der kürzlich erst vor Ort war. Universitäten, Schulen, Kindergärten und die meisten Geschäfte und Firmen seien geschlossen.

„Das Soroka-Krankenhaus in Beer Sheva hat ein separates Gebäude für Geriatrie“, so Gerlach: „Dieses wurde inzwischen umfunktioniert in ein Corona-Zentrum und mit baulichen Schutzmaßnahmen für Unbefugte abgeriegelt.“ Das Soroka-Krankenhaus benötige aber noch mehr Intensivbetten, Beatmungsgeräte und Schutzartikel als bisher angenommen. „Die Bemühungen um die Beschaffungen sind angelaufen.“