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Wuppertals Oberbürgermeister warnt: Es ist noch nichts normal

Corona-Lockerung : Mucke: Trotz Lockerungen — „Es ist noch nichts normal“

Stadt arbeitet an Konzepten für die Öffnung von Bädern, Jugendzentren, Kitas & Co und steht dabei vor einer großen Herausforderung.

Lockerung um Lockerung: Langsam kehrt der Alltag nach Wuppertal zurück. Doch auch wenn seit Montag zum Beispiel in den Fitnessstudios wieder geschwitzt, in der Kneipe ein Bierchen getrunken werden darf und immer mehr Schüler wieder in die Schulen zurückkehren, warnt Oberbürgermeister Andreas Mucke. „Es ist nichts normal.“ Die Auflagen, die mit Corona verbunden sind, werden die Wuppertaler „noch in den nächsten Monaten begleiten“. Und die Vorgaben des Landes, die oftmals ad hoc kämen, werde die Stadt weiterhin „vorsichtig umsetzen“. Man wolle und müsse nicht der Schnellste sein, betonte der OB.

Dass man zum Beispiel mit der späteren Öffnung des Zoos, die anders als in einigen anderen Städten erst in der kommenden Woche erfolgt, richtig liege, zeige die Tatsache, dass es bei den geöffneten Zoos schon zu Menschenansammlungen gekommen sei, „die wir verhindern wollen“.

Einige Erleichterungen stehen allerdings weiterhin an. So dürfen ab sofort Brautpaare zusätzlich maximal sechs weitere Gäste mit zur Trauung bringen. Damit lockert der Krisenstab der Stadt Wuppertal die bisherige Regelung, dass nur das Brautpaar selbst und notfalls ein Dolmetscher an der Trauung teilnehmen dürfen. Jetzt liegt die erlaubte Teilnehmerzahl bei insgesamt acht Personen. Nach wie vor gelten aber die sonstigen Auflagen, wie das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes im Rathaus und das Verbot von anschließenden Feiern im Rathaus oder auf dem Johannes-Rau-Platz.

Auch beim Thema Jugendarbeit, die aktuell nur virtuell stattfindet, wird sich etwas tun. Offene Treffs und ähnliche Angebote sollen in Kürze wieder aufgenommen werden. Dazu soll ein Konzept erarbeitet werden. Ebenso für die Frei- und Hallenbäder, die Ende Mai wieder öffnen könnten. Das gelte, so Mucke, für alle Lockerungen. Infektionsschutz und Hygienevorsorge müssten passen, dazu auch Personal zur Verfügung stehen.

Öffnung der Altenheime:
Stadt zieht positive erste Bilanz

Das sei auch die Herausforderung, wenn Ankündigungen vom Land kurzfristig kämen. Am Wochenende sei zum Beispiel die Mitarbeiterzahl in den städtischen Altenheimen erhöht worden, um nach langer Zwangspause wieder Besuche von Angehörigen zu ermöglichen. Zunächst hieß es allerdings, dass die Öffnung erst für Sonntag, also Muttertag, erfolgen sollte. Später dann, dass es schon Samstag so weit sei.

Das Wochenende sei, bestätigt Dezernent Stefan Kühn, bei den städtischen Einrichtungen aber sehr gut gelaufen. „Ich habe viele glückliche Angehörige und Besucher erlebt“, sagte Kühn, der sich in fünf Einrichtungen selbst ein Bild vor Ort machte. Gleichzeitig dankte er aber auch den Mitarbeitern, die viel Arbeit im Vorfeld geleistet hätten. Es sei ein logistisches Unterfangen gewesen, unter anderem hätte die Stadt vorab noch mehrere zehntausend Masken verteilt. »S. 15