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Wuppertals Nahverkehrsplan - eine unendliche Geschichte

Verkehr : Unendliche Geschichte

Seit 2011 läuft die Planung - wirklich vorwärtsgekommen ist das Konzept noch nicht. Die Stadt muss die Personalfrage frühzeitig klären, sonst droht eine weitere Verzögerung.

2011 war es, da kündigte die Stadt einen neuen Nahverkehrsplan an. Ein neuer Rahmen also für den gesamten ÖPNV. Jetzt feiert er seinen zehnjährigen Geburtstag. Also genauer gesagt die Planung des Plans – die eigentlich schon wieder bei null anfängt. Es ist kompliziert. Offensichtlich. Dass es so lange dauert, hat auch tragische Gründe. Dass der Chef des beauftragten Verkehrsbüros plötzlich verstirbt, ist traurig und natürlich nicht vorhersehbar. Dass das Büro zunächst weitermacht, dann offenbar merkt, es geht doch nicht und sich am Ende auflöst, konnte auch niemand ahnen. Im Februar dieses Jahres musste die Verwaltung dann kleinlaut praktisch den „Quasi-Neustart“ verkünden. Fertigstellung Ende 2023 hieß es. Auch das ist möglicherweise bald überholt. Denn anhand des NVP wird die Personalmisere in der seit Jahren mehr und mehr ausgedünnten Stadtverwaltung deutlich – es gibt einfach zu wenige Mitarbeiter. Die Arbeitsbelastung derjenigen, die da sind, ist dementsprechend. Dass der eine oder andere Reißaus sucht, ist da verständlich. Um den Nahverkehrsplan, an dem bekanntlich so viel hängt, kümmerte sich im Rathaus ein Zweierteam. Der Teamleiter orientiert sich beruflich um, sein einziger Mitarbeiter reduziert seine Stunden. Und schwups - ist auch Ende 2023 als Termin für den NVP schon wieder fraglich. Es sei denn, die Neubesetzung gelingt schnell. Was in der Vergangenheit schon schwierig war: Der Teamleiter wartete gut zwei Jahre, bis er einen neuen Mitarbeiter bekam. Das Beispiel stammt jetzt aus dem Ressort Verkehr. Ähnliche Situationen dürfte es an vielen Stellen in der Verwaltung geben. Die Stadt muss personell nachlegen. Denn dass wichtige Projekte aus Mitarbeiternot einfach liegen bleiben, ist eine Bankrotterklärung für eine Verwaltung.