Wuppertals Bauern beklagen den Verlust wichtiger Flächen

Wuppertals Bauern beklagen den Verlust wichtiger Flächen

Bei ihrem Sommerempfang warnten die Wuppertaler Landwirte am Ehrenberg am Mittwoch vor der Ausweisung neuer Baugebiete — und vor wachsenden Risiken für ihre Lebensmittel.

Wuppertal. Nach dem dringenden Appell an NRW-Umweltminister Johannes Remmel (Grüne), den Verlust landwirtschaftlicher Flächen einzudämmen (die WZ berichtete), legten Wuppertals Bauern am Mittwoch noch einmal nach: Bei ihrem Sommerempfang auf dem Hof Dahlmann am Ehrenberg forderten sie auch die lokale Politik auf, das Thema ganz oben auf die Tagesordnung zu setzen.

„Es kann nicht sein, dass wir alleine in Nordrhein-Westfalen Tag für Tag 20 Hektar Fläche für die Landwirtschaft verlieren“, ließ Karl Bröcker, Vorsitzender der Ortsbauernschaft Wuppertal-West, seine Zuhörer wissen. Das entspreche jeweils der Größe eines Bauernhofs, der im Vollerwerb geführt wird. „Der Flächenverlust ist unser größtes Problem, und das auch in Wuppertal.“ Seitens der Landwirtschaft werde die Nutzung von Recyclingflächen für Baugebiete — wie etwa am Bergischen Plateau in Wichlinghausen — ausdrücklich begrüßt.

Bröcker nutzte auch die Gelegenheit, vor einer wachsenden Gesundheitsgefahr auf Feldern und Wiesen zu warnen — gerade mit Blick auf Ehec: „Die Verkeimung von Flächen durch Hundekot ist ein Riesenproblem.“ Welche Folgen so etwas haben kann, zeige sich gerade jetzt, in der Diskussion um die Konsequenzen aus der Darmkeim-Infektion.

Auf der langen Gästeliste aus Politik, Landwirtschaft und Verwaltung stand auch Oberbürgermeister Peter Jung. Er bekräftigte, dass das Flächenrecycling gegenüber dem „Neuverbrauch“ zwar Vorrang habe — es auf der anderen Seite bei neuen Gewerbe- und Industriegebieten aber auch um wichtige Arbeitsplätze gehe.

Jung sprach von einem „Zielkonflikt“ und der Suche nach Kompromissen, wie man sie etwa auch beim geplanten Windpark auf der Kleinen Höhe verfolge: Diese Fläche werde man damit einerseits gewerblich nutzen, andererseits aber auch grundsätzlich für die Landwirtschaft erhalten. „Jeder Kämmerer braucht Einnahmen“, erwiderte Martin Dahlmann, Vorsitzender der Kreisbauernschaft Mettmann.

Umso wichtiger sei die interkommunale Zusammenarbeit, um den Flächenverbrauch im Wettlauf um Gewerbesteuern regional in Grenzen zu halten. Hinzu komme, dass Kompensationsmaßnahmen zum Ausgleich von Eingriffen in den Naturraum „mit uns Landwirten umgesetzt werden — und nicht gegen uns.“ Es gehe um jeden Quadratmeter.

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