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Wuppertalerin zeigt erstmals Snow Art - ein Stück Natur arbeitet mit

Kunst : Snow Art - Ein Stück Natur arbeitet mit

In Müllers Marionetten-Theater präsentiert Ursula Weißenborn ihren eigenen Kunststil.

Noch öffnen sie sich, die Pforten zu Müllers Marionetten-Theater am Neuenteich. Passend zur Aufführung der Schneekönigin präsentierte Ursula Weißenborn während einer Vernissage ihre „Snow-Art“, von ihr erfunden während eines viermonatigen Aufenthaltes 2019 als „artist in residence“ der „Stiftung artbellwald“ im schweizerischen Wallis. Die Künstlerin, gebürtige Schweizerin, hat eine enge Verbindung zu dieser Landschaft, den 4000er Bergen, der „Macht der Elemente“, wie sie selber sagt. Ursula Weißenborn erzählt: „Dort entspringen alle bedeutenden Flüsse Europas, das bringt eine große Dynamik“. Weiter sagt sie, dass ihr „der Humor eines Landes“ besonders am Herzen liegt. Das Humorvolle prägt ja auch die gemeinsame Arbeit mit ihrem Mann Günther im Marionetten-Theater, wo sie die Kinderherzen, und solchen, die es sich erhalten haben, zum Strahlen und Lachen bringt.

Drei Jahreszeiten konnte die Künstlerin in Bellwald erleben. Vom Spätsommer bis hin zum tief verschneiten Winter entstanden drei unterschiedliche Bildgruppen, die geschickt in der Ausstellung aufeinander abgestimmt zu sehen waren. Kraftvolle Linien sind ebenso vertreten wie eine große Öl-Leinwand mit steil aufragenden Bergketten, vor denen man staunend stehen blieb. Einerseits wurde die Größe der Schweizer Bergwelt erlebbar, gleichzeitig sah man stark abschmelzende Gletscher in blutrot-getauchte Tränenflüsse ins Tal rauschen, eine erschütternde Aussage angesichts der sich immer stärker auswirkenden Klimaveränderungen, mahnend auf die Leinwand gebannt.

Ölfarben machen die
Schneebälle schließlich bunt

„Ich blicke zuversichtlich in meine Zukunft und kann in der Zeit nach dem Marionetten-Theater meine Kreativität noch mehr in den Mittelpunkt stellen“, sagt Weißenborn. Das zeugt von enormer Flexibilität, die ihren ganzen Lebensweg prägt,  auch ihre Zeit während des Stipendiums. Mit dem heftig einfallenden Schnee probierte sie eine ungewöhnliche wie einzigartige Technik, das Malen mit echten Schneebällen, „Snow-Art war geboren“, sagt sie, „ein Alleinstellungsmerkmal“. Die Natur arbeitet mit, ist für den Moment in den kreativen Prozess eingebunden und vergeht natürlicherweise, hinterlässt dabei Farbspuren, die nach vier bis fünf Tagen getrocknet sind und damit „zu Farbe gewordene Nässe werden“, wie die Künstlerin sagt.

Zum Einfärben der festgepressten Schneebälle verwendet sie Ölfarben, malt damit in schwarz-weiß gehaltenen Elementen, die gleichzeitig viel Raum zur eigenen Interpretation lassen, dann wieder durchsetzt mit landschaftstypischen Farben. Es entstehen filigrane Strukturen, die begeistern, so auch die interessierten Teilnehmenden der Eröffnung. Die  Arbeiten sind in den kommenden sechs Wochen zu den Öffnungszeiten des Marionetten-Theaters zu betrachten. tap