1. NRW
  2. Wuppertal

WUppertalerin Jule Lucia Companie zwischen „Isolation und Entfaltung“

Ausstellung : Jule Lucia Companie zwischen „Isolation und Entfaltung“

Die 27-Jährige stellt derzeit im Loft-Atelier aus.

Der Gewerbepark Holtmann ist auch ein Ort für Kultur – das wissen nicht nur Gäste des TiC-Ateliers. Anfang 2020 hat die Künstlerin Jule Lucia Companie auf der obersten Etage eines Firmengebäudes ihr Atelier eingerichtet. Zur Vernissage im ehemaligen Lagerraum lud sie am vergangenen Wochenende ein. Zum Freitagsprogramm gehörte ein Auftritt der Sängerin Katharina Perez. Am Samstag musizierte eine vierköpfige Band, und als „Live Art“ bearbeitete Companie eines ihrer Ölgemälde mit einem Spachtel. Der Sonntag war für Besucher mit Termin reserviert.

Der Ausstellungstitel „Zwischen Isolation und Entfaltung“ sagt bereits, dass Companie auch unter Corona-Bedingungen produktiv gewesen ist. In der Vergangenheit war die 27-Jährige viel und gern unterwegs. Großformate zeugen von ihren Reisen nach Afrika und Ostasien. Die Bilder von Schamanen, Tieren und Pflanzen haben im Atelier mit der sieben Meter hohen Decke genug Platz.

Etliche Motive basieren auf ihren Fotos – und von dieser Kunstform kommt die Wuppertalerin auch ursprünglich her. Nach dem Abitur hat sie an der Berliner Technischen Kunsthochschule Fotografie und Kommunikationsdesign studiert. Ein Stipendium brachte sie nach Iserlohn. Ihre Fotos und Bilder wurden in verschiedenen Städten ausgestellt. Für den Masterabschluss im Fach Strategische Produkt- und Innovationsentwicklung kam sie in die Heimatstadt zurück.

Dass Companie die gewohnte Bewegungsfreiheit zurzeit nicht hat, stört sie nicht weiter: „Kunst ist meine Freiheit.“ Die Zeit im Loft-Atelier nutzt sie zum Experimentieren. „Ich erforsche, welchen Stil ich jetzt machen kann.“ Eine dieser Stilrichtungen nennt sie „Fluid Art“. Hier zerfließen dünn aufgetragene Acrylfarben in abstrakte Muster. Goldene Tupfer und Lasur verleihen ihnen zusätzlichen Glanz. Herzförmige Fluid Art-Bildern füllten eine ganze Wand. Jedes von ihnen ist ein kontrastreiches Unikat – und das passt natürlich, ist doch auch jedes menschliche Herz einzigartig.

Companie zeigt sich
von Thunberg begeistert

Die Schaufensterpuppe mit Gasmaske, die im Eingangsbereich stand, war ein dezenter Hinweis darauf, dass auch diese Vernissage einem Hygiene-Konzept folgte. Wer zwischendurch die Maske absetzen und frische Luft schnappen wollte, konnte auf die Dachterrasse gehen. Neben der Terrassentür hatte Companie ihr Porträt von Klima-Aktivistin Greta Thunberg platziert. „Ich finde sie sehr inspirierend“, erklärte die Künstlerin. „Mich beeindruckt, dass sie sich nicht einschüchtern lässt und ihr Ding macht.“

Ähnliches lässt sich auch über Companie sagen. Mit dem Geld, das sie mit Auftragsarbeiten verdient, kann sie bereits ihre Miete bezahlen. Und wenn es mit dem Malen nicht so gut laufe, sei es für sie kein Problem, sich wieder aufs Fotografieren zu verlegen oder Webseiten zu gestalten.

Für einen Atelierbesuch kann man sich bei der Künstlerin melden: jlcompanie@freenet.de.