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Wuppertalerin beschwert sich: Reiter nutzen oft den falschen Weg

Natur : Spaziergängerin ärgert sich: Reiter nutzen falschen Weg

Pferde zertrampeln immer öfter Spazierweg am Eckbusch, klagt Pia Pieper.

Pia Pieper ist gerne zu Fuß unterwegs. Bei jedem Wetter und auch auf langen Strecken. In den vergangenen Wochen war das jedoch oft schwierig: „Der Feldweg vom Eckbusch Richtung Bauer Schürmann war arg lädiert, weil ihn oft Reiter benutzen“, bemerkte sie. Insbesondere bei nassem Wetter graben die Hufe der schweren Tiere den eigentlich gut befestigten Weg um. Hinzu kommen die Hinterlassenschaften der Pferde auf dem Weg.

Eigentlich gibt es für Pferde einen getrennten Weg. Anfangs führt er unmittelbar neben dem Spazierweg am Feld entlang. Am Waldrand biegt er dann in einem Bogen ab. „Aber die Schilder dafür fehlen oder sind nicht erkennbar“, sagt Pia Pieper. „Und ich habe das Gefühl, dass viele Reiter gerne nebeneinander reiten, um sich zu unterhalten.“

Oder die Reiter erklären, dass der Reitweg zu matschig ist und sie deshalb auf dem Spazierweg reiten müssen. Immer wieder hat Pia Pieper Menschen auf Pferden darauf angesprochen, dass es für sie einen eigenen Weg gibt. Meist erntet sie nur ein Schulterzucken.

Ihr fällt auf, dass die Wege immer dort besonders im Matsch versinken, wo besonders viele Reiterhöfe sind. „Auf dem Scharpenacken, in den Barmer Anlagen und auf Küllenhahn ist das nicht so. Und ich kann ja nicht 20 oder 30 Kilometer in Gummistiefeln laufen, da bekomme ich Blasen.“ Nach der landesweiten Reitregelung dürfen Reiter in der freien Landschaft auf allen Wegen reiten, wenn es keine ausgewiesene Reitspur gibt. Im Wald sollen sie Reitwege nutzen. Auch Im Geoportal der Stadt Wuppertal ist der eigentlich für Reiter vorgesehene Weg deutlich zu sehen: Zunächst führt er am Eckbusch entlang des Spazierwegs durch die Felder. Im Wald biegt er ab und läuft am Waldrand entlang. Insgesamt gibt es in Wuppertal rund 70 Kilometer ausgewiesene Reitwege.

Auch für Pferdebesitzer gilt die Straßenordnung

Allerdings gilt auch für Pferdebesitzer nach der Wuppertaler Straßenordnung: „Durch Tiere verursachte Verunreinigungen auf den Straßen und in den Anlagen sind unverzüglich zu beseitigen.“ Reiter müssen also Pferdeäpfel von den Wegen entfernen. „Ist ein Weg nachweislich durch das Reiten verursacht in einem schlechten Zustand, so dass die vorgesehene Nutzung beeinträchtigt ist, so besteht die Möglichkeit, eine Instandsetzung durch Mittel aus der Reitabgabe zu finanzieren“, erklärt Ulrike Kusak vom städtischen Presseamt. Den Antrag dafür können allerdings nur anerkannte Reiterverbände mit Zustimmung des Flächeneigentümers an die untere Naturschutzbehörde stellen.

Am Eckbusch wurde zumindest der Pferdeweg am Feldrand wieder gespurt, der beim Pflügen des Feldes verschwunden war. Jetzt müssen die Reiter nur noch am Waldrand ihren Weg finden und idealerweise auch bereit sein, diesen zu nehmen.