Wuppertaler Zwar-Gruppen kämpfen für ihre Förderung

Vereinsleben : Zwar-Gruppen kämpfen für ihre Förderung

Die Wuppertaler Mitglieder planen Protestaktionen gegen Streichung der Landesmittel.

Aus ganz Wuppertal kamen Mitglieder der Zwar-Gruppen ins Elberfelder Verwaltungshaus. Das soziale Netzwerk für Menschen vor und im Ruhestand hat beunruhigende Nachrichten erhalten. Die Zwar-Zentralstelle in Dortmund soll ab dem kommenden Jahr nicht mehr mit Landesmitteln gefördert werden.

Wuppertal ist eine der drei Kommunen mit den meisten Netzwerken. 350 Mitglieder teilen sich in der Stadt auf zwölf Gruppen auf. Ganz gemäß dem Konzept von Zwar (Zwischen Arbeit und Ruhestand), das überregional seit 40 Jahren und seit 1999 auch von der Stadt Wuppertal und der Arbeiterwohlfahrt (Awo) umgesetzt wird, gestalten sie basisdemokratisch ihre Freizeit und Aktivitäten, ohne vorgegebene Struktur und Hierarchie. Die Dortmunder Zentralstelle leistet bei der Gründung in Kooperation mit Kommunen und Trägern vor Ort wertvolle Unterstützung. Sie organisiert unter anderem NRW-weite Vernetzungsveranstaltungen oder Regionalkonferenzen.

An Ideen mangelt es nicht

Die Wuppertaler Zwar-Mitglieder wollen sich daher der Einstellung der Fördermittel entgegenstellen, denn die Gruppen sind wichtige Bestandteile des sozialen Lebens innerhalb ihrer Quartiere. „Was können wir tun?“ war daher die beherrschende Frage des Treffens. Für die Teilnehmer ist „Zwar zu jung für den Ruhestand.“

An Vorschlägen, wie auf die Problematik aufmerksam zu machen ist, mangelte es nicht, Arbeitsgruppen wurden gebildet. Ein Vorschlag geht soweit, dem NRW-Ministerpräsidenten Armin Laschet (CDU) einen Besuch abzustatten – mit Transparenten und Trillerpfeifen, um auf die Problematik der Vereinsamung aufmerksam zu machen.

Außerdem sollen Protestbriefe an die Landtagsabgeordnete geschrieben werden. Eine Arbeitsgruppe beschäftigte sich daher mit der Frage, ob jeder individuelle Schreiben verfassen oder ob es eine allgemeingültige Vorlage geben sollte? Einen weiteren wichtigen Punkt sehen die Zwar-Mitglieder in den Sozialen Netzwerken. Darüber könne man mehr Aufmerksamkeit generieren.

Emotional wurde es, als das Gespräch auf die Begründung der Fördermittelkürzungen zielte: die Planzahlen, 30 pro Jahr, für den Aufbau neuer Zwar-Netzwerke wurde 2016/17 unterschritten. Dafür erklärt Barbara Thierhoff von der Zentralstelle „Viele Ressourcen gingen zu der Zeit an die Flüchtlingshilfe, schon 2018 wurde die Zahl der Neugründungen mit 28 von 30 fast wieder erreicht, für das laufende Jahr wurden bereits 31 Neugründungen vereinbart.“

Momentan gibt es in 70 Kommunen 240 Zwar-Gruppen mit etwa 3300 Interessensgruppen und mehr als 10 000 Teilnehmern in NRW. Damit sie weiter existieren können, wird man auch von den Wuppertaler Zwarlern noch hören.

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