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Wuppertaler Zoo: Keine Angst vorm bösen Wolf - Aktionstag klärt auf

Wuppertaler Zoo: Keine Angst vorm bösen Wolf - Aktionstag klärt auf

Beim Tag des Wolfes im Wuppertaler Zoo erfuhren die Besucher unter anderem, dass von den Tieren keine Gefahr für sie ausgeht.

Zoo. „Der Wolf ist böse und eine Gefahr für Menschen“ — dieses Klischee ist wohl noch in vielen Köpfen festgesetzt. Nicht zuletzt schuld daran sind die bekannten Grimm-Märchen, die den Wolf als großmutter- und kinderfressendes Monster darstellen. Der bundesweite Tag des Wolfes, der am Sonntag auch im Wuppertaler Zoo stattfand, sollte nicht zuletzt zu diesem Thema aufklären.

„Wir möchten ihre wahre Natur zeigen. Wölfe wollen den Menschen nicht — sie gehen ihm lieber aus dem Weg“, erklärt Tierpflegerin Anja Hillen in der Tierpflegersprechstunde. Seit der Rückkehr der Wölfe im Jahr 2000 (siehe Kasten rechts) habe noch nicht eine Situation gegeben, in der ein Wolf einem Menschen aggressiv gegenüber geworden sei.

Diese Auffassung über den „bösen“ Wolf scheint auch bei manchen Besuchern noch manifestiert zu sein: „Sie sehen wunderschön aus und haben das Vertrauliche vom Hund - trotzdem sind sie gefährlich. Wenn man in ihr Revier kommt, fühlen sie sich bestimmt bedroht“, sagte Alexander Schumacher. Trotzdem habe sich seine Familie vom Tag des Wolfes anstecken lassen.

Das zweite Problem, das viele im Wolf sehen, ist das Reißen von Nutztieren. Aber auch da sieht Anja Hillen eine Übertreibung, denn es gebe Schutzmaßnahmen, und die Tiere würden bei Meldung des Schadens ersetzt.

„Wie kann man ein Gehege pflegen, wenn dort Wildtiere leben?“, wollte Besucher Kurt Gerlach-Hahn wissen. „Der Wolf greift nicht an. Erst, wenn man ihn bedroht, wehrt er sich“, so Anja Hillen.

Der Wolf ist Kurt Gerlach-Hahns Lieblingstier, sagt er. „Ich finde den Wolf absolut faszinierend. Vor allem den Bezug zum Hund - dass der Wolf eben wild ist.“ Erst vor kurzem habe er erfahren, dass sein Vorname „Kurt“ auch „Wolf“ auf türkisch heißt. Er finde die Haltung im Wuppertaler Zoo sehr angemessen: „Hier werden sie wild gehalten, nicht wie Hunde, die man knuddeln kann.“

Beim Blick hinter die Kulissen des Wolfsgeheges öffneten die Tierpfleger den Bereich, auf dem sonst „Zutritt verboten“ steht. Anja Hillen zeigte mit einem Kollegen das Stallgebäude der Wölfe. „Wir nutzen es zurzeit nur für Impfungen“, erklärte sie. Denn die Wölfe seien sehr scheu, und man möchte sie nicht gezielt einsperren.

Ein Ziel der Pfleger sei es, dass die Wölfe auf Zuruf in den Stall kommen. Daher dürfen die Besucher auch nicht in die Stallungen. „Sonst verbreiten sich die Duftmoleküle und der Stall riecht nicht mehr nach Wolf“, so Hillen. Eine Besonderheit am Wolfsgehege sind die Verbindungsröhren zum daneben liegenden Bärengehege. „Zur Zeit verstehen sich die beiden Bärinnen nicht, deshalb öffnen wir die Röhren nicht.“

Zudem erklärte Hillen etwas zur Zusammensetzung des Rudels, wie es jetzt im Zoo lebt. Bis vor Kurzem gab es nämlich eine Wolfszucht. Irgendwann hätte es aber Rangstreitigkeiten gegeben, die bis aufs Blut gingen. Denn normalerweise wandern die Jungtiere nach einer Zeit ab. Das Weggeben hat sich aber schwer gestaltet. Daher gibt es seit Kurzem die beiden europäischen Wölfe, die mit den arktischen Wölfen leben.

„Ich habe heute gelernt, dass sich Wölfe manchmal streiten und dass sie auch Angst vor Wasser haben können“, erzählt Daniele (8). Viel konnte man ihm aber nicht mehr beibringen — er wusste aus einem Buch schon viel über die Tiere. „Ich finde das Gejaule toll, und dass sie so stark und schnell sind. Im Rudel können sie jedes Tier töten.“ Sein Freund Leonardo (7) ergänzt dazu: „ Und im Rudel können sie ihre Beute einkreisen.“