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Wuppertaler zeigen Kunstwerke, die in die Untiefe führen

Ausstellung : Werke, die in die Untiefe führen und nie die Realität abbilden

Birgit Pardun und Frank N stellen bei „Ryzek Wort + Bild“ aus.

Werke mit der Bezeichnung „Ohne Titel“ wird man in der Ausstellung nicht finden, denn für die Künstler ist beides in ihrer Aussage untrennbar miteinander verknüpft. In der Galerie „ryzek wort + bild“ und im Wahlkreisbüro von Helge Lindt, beide an der Obergrünewalder Straße, sind noch bis 16. Januar 2020  Arbeiten von Birgit Pardun und Frank N zu sehen.

„Life is“ lautet der Titel der Ausstellung und „das ist für jeden anders“, erklärte Galerist Peter Ryzek bei der Vernissage. „Die Diversität in der Welt – Pardun und Frank N haben ganz unterschiedliche Ansätze in ihrer Darstellungsweise. Das finde ich spannend, zusammenzubringen“, sagte Ryzek zu seiner inzwischen fünften Ausstellung. „Es sind raue Arbeiten mit groben Gesten, schnell entstanden“, erläutert Pardun ihre Werke. Intuitiv geht sie an die Arbeit, probiert aus und weiß oft nicht, zu welchem Ergebnis sie kommt. „Mir ist wichtig, dass was in Bewegung gerät, dass ein Dialog entsteht zwischen Betrachter und Bild.“ Ihr geht es nicht um akkurate Wiedergabe oder Darstellung. Der rasche Habitus der Entstehung zeugt auf den ersten Blick von Einfachheit, doch das täuscht. Markante Themen hat sie aufgenommen. „In der Welt stimmt so vieles nicht. Die Problematik bringt sie selber hervor.“

Den Titeln kommt eine enorm wichtige Bedeutung zu

Scheinbar einfach gezeichnet scheinen die Bilder, zeigen aber oft Verstörendes, führen in Untiefen des menschlichen Seins. „Iranurinuran – Eine Anreicherung“: ein dunkler Mensch in Umrissen skizziert, hält ein Kind in der Hand. Ihre Bilder erzählen Geschichten und sie  „heißen“, hier kommt wieder die Wichtigkeit des Titels zum Tragen. Auch bei ihren kleinen, skurrilen Zeichnungen im Format 20x20 cm offenbart sich der Witz oft erst in Zusammenhang mit dem Titel. Ein herabfallendes Männchen betitelt „Bert traut sich was. Es macht jetzt seinen Freiflugschein“.

Frank N ist sozialisiert durch Comic und Film. „Ich gehe nicht formalistisch an meine Werke heran“, erklärte er zu seiner Fotokunst. Das  genaue Abbilden der Realität ist nicht sein Thema und hier zeigt sich eine Gemeinsamkeit mit Pardun, die über die Thematik der Ausstellung herausgeht. Die Bilder wirken oft verschwommen, nebulös, kaum erkennbar als gehe die Wirklichkeit verloren. Die Darstellungen sind nicht immer leicht zu erkennen. Seine Bilder ,Dancing in my  head’ würden die Betrachter oft unheimlich finden, sagte er. Ihm gefällt der verbindende Link der Ausstellung: Das Geschichten erzählen mit Werken. „Life is“ ist für ihn hier und jetzt.

In einer Vitrine ist eine Videoinstallation  zu sehen, „Shouterman oder wie gewinne ich die nächste Wahl“ betitelt. In rascher Abfolge schieben sich die Konterfeis von Donald Trump und Kim Jong-Un übereinander, kaum einzeln zu erkennen, verschmelzen sie zu einem neuen Gesicht. Bei „Creature“ scheinen sich, fast konturlose dunkle Wesen aus einen Nebelwand zu lösen. Schemenhaft  und unscharf zeigen sich seine Bilder, aber was klar Erkennbares will Frank N auch nicht wiedergeben. Es werden keine Sachen so dargestellt, wie wir meinen, sie sehen zu müssen.

Die Öffnungszeiten der Galerie sind dienstags, donnerstags, freitags von 15 bis 18 Uhr und nach Vereinbarung. Am 3. Advent, dem 15. Dezember, ist zusätzlich von 14 bis 18 Uhr geöffnet.